Schulstart in Schleswig-Holstein: Virologen warnen vor Risiko

Themenbild: Zwei Schulkinder laufen durch das Treppenhaus ihrer Grundschule. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild

Nach den Sommerferien hat am Montag das neue Schuljahr in Schleswig-Holstein begonnen. Unter Corona-Schutzmaßnahmen sollen möglichst viele der landesweit rund 363.000 Schüler*innen wieder so viel Präsenzunterricht wie möglich bekommen.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach von der Wiederaufnahme des Regelbetriebs unter Corona-Bedingungen. Das Ministerium empfiehlt Schülern und Lehrern dringend, in den ersten zwei Wochen eine Mund-Nasen-Bedeckung in der Schule zu tragen – auch während des Unterrichts. Die Jahrgangsstufen eins bis sechs sind ausgenommen.

Maskenpflicht nur in Schulbussen und ÖPNV

Erneute Schulschließungen wie im Frühjahr will Prien unbedingt vermeiden. Dazu sollen neben Hygiene-Vorschriften und der dringenden Masken-Empfehlung auch das Unterrichten in festen Lerngruppen, sogenannten Kohorten, in den Schulen beitragen. In Schulbussen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, solange dort die Maskenpflicht gilt.

In Rantrum und Mecklenburg-Vorpommern bereits Schulen geschlossen

In Mecklenburg-Vorpommern wurden am Freitag bereits in der ersten Woche nach dem Schuljahresstart zwei Schulen wegen Corona-Fällen geschlossen. Das Bundesland war als erstes nach den Sommerferien ins neue Schuljahr gestartet. Am Donnerstag folgte Hamburg. In dieser Woche sind neben Schleswig-Holstein auch Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen dran.

Auch in Rantrum bei Husum ist eine Schule wegen Corona geschlossen, weil eine Mitarbeiterin infiziert ist.

Eine Maskenpflicht in der Schule, wie sie andere Länder haben, lehnte Prien vergangenen Mittwoch als derzeit unverhältnismäßig und nicht verfassungskonform ab. Im Falle von Corona-Ausbrüchen in Regionen oder Schulen in Schleswig-Holstein soll ein Corona-Reaktionsplan den Schulen Handlungsorientierungen geben.

Virologen warnen vor Ansteckungsrisiko

Zum Schulstart hatten namhafte Virologen vor dem Risiko von Corona-Infektionen unter Schülern gewarnt und Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen gemacht. Dazu gehört beispielsweise, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten aus virologischer Sicht feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung der Gruppen im Schulalltag. Für eine wirksame Unterdrückung der Virusausbreitung in der Gesamtgesellschaft bleibe es weiterhin Grundvoraussetzung, die Viruszirkulation in den Schulen niedrig zu halten, so die Virologen.

Mit dpa

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