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Bei einer Großrazzia gegen die organisierte Kriminalität sind am frühen Dienstagmorgen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen 38 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht und 15 Haftbefehle vollstreckt worden. Dabei waren rund 500 Beamt:innen im Einsatz. Bereits seit Oktober 2019 wird gegen die in Hamburg ansässige Tätergruppierung ermittelt. Hintergrund der Aktion sind offenbar Drogengeschäfte.

Die Männer im Alter zwischen 19 und 58 Jahren sollen rund zwei Tonnen Kokain nach Deutschland beziehungsweise Europa eingeführt haben. Sie stehen im Verdacht, im Hamburger Hafen mehrfach in Containern aus Südamerika eingeschmuggeltes Koks empfangen zu haben, wobei sie laut Polizei auch spezielle Kenntnisse eines Tatbeteiligten nutzten, der mit den logistischen Abläufen im Containerumschlag vertraut war. Dafür legten die Verdächtigen offenbar entweder gefälschte Transportpapiere vor, um einen Container zeitweise vom Terminal abzuholen beziehungsweise ließen Container vom Terminal stehlen, um die Betäubungsmittel daraus zu bergen. Für den Transport der Container waren auch mehrere Lkw-Fahrer in die Täterstrukturen mit eingebunden.

Im Oktober 2019 wurde ein von den Männern zur Drogeneinfuhr genutzter Container bereits durch den niederländischen Zoll kontrolliert. Dabei wurden 22 Kilo Kokain in einer Wartungsklappe aufgefunden und sichergestellt.

Im März 2020 erreichte ein Kühlcontainer aus Ecuador, beladen mit 1.080 Kartons Bananen, den Hamburger Hafen. Nach der Ankunft am Containerterminal wurde er von einem der Beschuldigten unberechtigt abgeholt und in eine Lagerhalle im Landkreis Stade transportiert. Dort konnte der Container von der Polizei später aufgefunden und sichergestellt werden. Hierbei stellten die Beamt:innen fest, dass Hohlräume unterhalb des Containerbodens aufgeflext worden waren. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand dürften darin 381 Kilogramm Kokain nach Deutschland geschmuggelt worden sein.

Ende Juni 2020 empfing die Tätergruppierung im Hamburger Hafen 1,2 Tonnen Kokain in einem Container mit Reis. Das Kokain wurde durch Ermittler der GER sichergestellt.

Mitte Juli 2020 zogen Londoner Behörden einen für den Hamburger Hafen bestimmten Container aus dem Verkehr, in dessen doppeltem Boden sich 380 Kilogramm Kokain für die Beschuldigten verbargen.

Anfang April 2020 war es im Zusammenhang mit den Drogengeschäften dieser Tätergruppierung in Neugraben zu einer Auseinandersetzung im Bereich der Fischbeker Heide gekommen, bei der auch Schusswaffen eingesetzt und zwei Männer verletzt wurden. Nach jetzigem Ermittlungsstand hatten sich etwa zehn Personen in einem Waldstück getroffen, wobei ein damals 26-Jähriger das Feuer eröffnete und einem damals 27-Jährigen einen Oberschenkel- und einem 34-Jährigen einen Handdurchschuss zufügte. Der am Bein Getroffene sowie mindestens zwei weitere Personen setzten dann offenbar ebenfalls Schusswaffen ein, ohne dabei jedoch weitere Menschen zu verletzen. Polizeibeamt:innen stellten damals fünf scharfe Schusswaffen in dem Waldstück sicher.

Im Rahmen des Einsatzes vom heutigen Dienstag, bei dem auch Spezialeinheiten des Zolls, der Bundespolizei und der Polizei Hamburg im Einsatz waren, stellten die Beamt:innen insgesamt über 125.000 Euro Bargeld, zehn Schusswaffen, ein hochwertiges Auto (BMW X6), kleinere Mengen Betäubungsmittel sowie eine Vielzahl weiterer Beweismittel sicher. Die Ermittlungen der GER und der Staatsanwaltschaft Hamburg, insbesondere die Auswertung der Beweismittel, dauern an.

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