Rosenmontag: Tausende Jecken in Marne erwartet

Karnevalisten werfen nach der rituellen Erstürmung des Rathauses die Stadtkasse aus dem Fenster. Foto: Carsten Rehder/Archiv

In der „fünften Jahreszeit“ geht es auch im Norden hoch her. In Norddeutschlands heimlicher Karnevals-Hauptstadt Marne fiebern nicht nur die einheimischen Karnevalisten dem Rosenmontagsumzug entgegen. Mehrere Tausend Narren und Jecken werden zu dem ausgelassen Straßenkarneval erwartet, obwohl Windstärke sechs angesagt ist. Mit bunten Kostümen, kiloweise Schminke, Pappnasen und Tröten werden Erwachsene und Kinder dann zwischen den Kohlfeldern tanzen und singen. Statt rheinischem „Helau“ oder „Alaaf“ wird „Marn‘ hol fast!“ durch Straßen und Gassen schallen.

Um die Sturmfestigkeit der Wagen macht sich der Präsident der Marner Karnevals-Gesellschaft, Heiko Claußen, keine Sorgen. „Unsere Wagen sind so gebaut, dass nix wegfliegen kann“, sagte er. „Hier im Norden ist ja öfter mal ein bisschen mehr Wind.“

Den Marner Rosenmontagsumzug gibt es seit rund einem halben Jahrhundert. Seit Februar 1956 rollen mit Ausnahme einer Pause zwischen 1969 und 1978 Festwagen durch die schleswig-holsteinische Kleinstadt. Mittlerweile besitzt der Marner Rosenmontagsumzug bei den eher als Karnevalsmuffel geltenden Nordlichtern Kultstatus. Er beginnt traditionell erst am Nachmittag ab 14 Uhr, damit auch die Schulkinder mitmachen können. Dann wird sich der kilometerlange närrische Lindwurm rund zweieinhalb Stunden lang mit Musik, Bonbon- und Konfettiregen durch das Städtchen winden. Die Organisatoren erwarten 50 bis 60 Wagen und Fußgruppen. Vorne weg tanzt Funkenmariechen mit ihrer Garde.

dpa

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