Rollenbilder: Studie untersucht Frauenrollen in Kinofilmen

Die Frauenrolle in der der Kinowelt: Der Welt-Mädchenbericht erscheint jährlich im globalen Plan-Verbund und beleuchtet die Situation weltweit.
Foto: Pixabay

Alte Filme lösen bei uns häufig ein warmes, nostalgisches Gefühl aus. Wir fühlen uns in unsere Kindheit zurückversetzt – „ach wie schön!“ Aber auch der gegenteilige Effekt kann eintreten: wenn frau mit den damaligen Frauenbildern konfrontiert wird.

Viele Kinofilme vermitteln laut einer Untersuchung immer noch ein stereotypes Rollenbild von Männern und Frauen. Das ist zumindest das Ergebnis des neuen Welt-Mädchenberichts „Schreib ihre Geschichte neu! Wie Filme und Stereotype in den Medien das Leben und die Ambitionen von Mädchen und jungen Frauen beeinflussen“ der Kinderhilfsorganisation Plan International aus Hamburg. Danach vermitteln viele Filme die Botschaft, dass Männer in Führungspositionen gehören und Frauen – selbst wenn sie als starke Persönlichkeiten gezeigt werden – meist Sexobjekte sind, teilte das Kinderhilfswerk am Freitag mit.

20 Länder auf Genderstereotype untersucht

Zusammen mit dem Geena Davis Institut habe die Studie die 56 umsatzstärksten Filme aus dem Jahr 2018 in 20 Ländern auf Genderstereotype untersucht. Bedenklich sei, dass keine einzige Frau bei den Top-Filmen Regie geführt habe und nur bei jedem zehnten Film eine Frau am Drehbuch beteiligt gewesen sei, wie das Kinderhilfswerk weiter mitteilte. Männer redeten doppelt so viel und hätten auch doppelt so viele Rollen in den Filmen. Zahlenmäßig hätten Frauen die Männer nur in einem Punkt übertrumpft: Weibliche Hauptdarstellerinnen sind viermal häufiger in freizügiger Kleidung zu sehen als Männer: 30% der weiblichen Hauptdarstellerinnen und 7% der männlichen Hauptdarsteller tragen solche Kleidung.

Weibliche Unterbesetzung in Drehbuch und Produktion

„Der neue Bericht zeigt, wie erschreckend unterrepräsentiert Mädchen und Frauen in Filmen sind und wie selten sie an Drehbuch, Produktion und Regie beteiligt sind“, sagte Plan-Chefin Maike Röttger. Das habe Auswirkungen auf das Verständnis von Gleichberechtigung bei Mädchen und jungen Frauen auf der ganzen Welt, die diese Filme schauen und darin kaum positive Vorbilder für sich finden.

 

mala / dpa

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