Rettungsschiff „Lifeline“: Nach Schleswig-Holstein will nun auch Niedersachsen Flüchtlinge aufnehmen

Geflüchtete stehen am Bug des Rettungsschiffes der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline. Foto: Hermine Poschmann/Archiv

Nach Berlin und Schleswig-Holstein ist nun auch Niedersachsen bereit, Flüchtlinge vom Rettungsschiff „Lifeline“ aufzunehmen. „Voraussetzung ist, dass der Bundesinnenminister dafür den Weg frei macht. Wir appellieren an ihn, dies zu tun,“ sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch in Hannover. Das Angebot gelte nur für Personen, die ihre Herkunft und ihre Identität in irgendeiner Form belegen könnten. Auch handele es sich nicht um ein Aufnahmeprogramm – die Flüchtlinge müssten ein normales Asylverfahren durchlaufen.

Auch Bischöfin Kirsten Fehrs aus Hamburg fordert die Politik auf, einen Teil der aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. „Es ist ein Gebot der Humanität und der Nächstenliebe, diese Männer, Frauen und Kinder nicht ihrem Elend zu überlassen“, sagte die Bischöfin laut Mitteilung nach einem Gespräch mit Bundestagsabgeordneten in Berlin. „Gerade wir in Hamburg wissen doch um die Gefahren des Meeres. Regelmäßig gedenken wir in Gottesdiensten der im Meer ertrunkenen Seeleute, sammeln für die Seenotrettung, beten für die Toten und ihre Hinterbliebenen. Heute können wir ganz konkret einigen Überlebenden helfen.“ Sie wisse, „dass die politische Debatte es derzeit nicht einfacher macht, für Flüchtlinge einzutreten“, erklärte die Bischöfin. Dennoch solle in diesem Falle „Menschlichkeit walten“.

Etwa 230 Migranten und 17 deutsche Besatzungsmitglieder harren seit Donnerstag auf dem Schiff „Lifeline“ im Mittelmeer aus. Laut italienischer Regierung darf das Rettungsschiff einer Dresdner Organisation in Malta anlegen. Malta möchte aber die Migranten nicht aufnehmen, sondern auf andere EU-Staaten verteilt sehen. Unter anderem die Berliner Landesregierung erklärte sich bereit, Flüchtlinge von dem Schiff aufzunehmen, ebenso Frankreich.

dpa

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