Rätselhafter Tod von Jenny Böken: Kieler Staatsanwaltschaft stellt Ermittlung ein

Ein Foto der auf der „Gorch Fock“ ums Leben gekommenen Soldatin Jenny Böken auf ihrem Grabstein. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zum rätselhaften Tod der „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken wieder eingestellt. „Wir glauben den Angaben einer Zeugin nicht“, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Im Juni hatte die Staatsanwaltschaft das Todesermittlungsverfahren wieder aufgenommen. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.

Zeugenaussagen beruhten laut Behörde auf Hörensagen

Hintergrund der zwischenzeitlich wieder aufgenommenen Ermittlungen waren Aussagen der Zeugin. Diese beruhten laut der Behörde im Wesentlichen auf Hörensagen. Die Zeugin sei im Jahr 2008 bei der Bundeswehr gewesen, habe aber weder zur Marine noch zur Besatzung der Gorch Fock gehört.

Jenny Böken ging 2008 bei einer Ausbildungsfahrt über Bord

Die ursprünglichen Ermittlungen im Fall Böken waren 2009 eingestellt worden. Die damals 18-jährige war in der Nacht zum 4. September 2008 während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine bei einer Wache über Bord gegangen. Die Todesumstände blieben ungeklärt. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen. Die Ermittler hielten ein Unglück bisher für am wahrscheinlichsten.

War es möglicherweise kein Unfall?

Die Eltern sahen Hinweise für einen Mord. Sie stützten sich dabei auf eine eidesstattliche Aussage eines früheren Bundeswehrangehörigen, der im April dieses Jahres – nach einer Geschlechtsumwandlung – von der Kieler Staatsanwaltschaft als Zeugin vernommen wurde. Laut dem Anwalt der Bökens, Rainer Dietz aus Aachen, soll die Zeugin erklärt haben, kurz nach dem Auffinden der Leiche hätten mehrere Männer, darunter Marineangehörige, sie in einer Kaserne besucht. Sie sollen angedeutet haben, dass die junge Frau erdrosselt worden sei.

dpa

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