Queen Elizabeth II. stirbt im Alter von 96 Jahren – Reaktionen aus Norddeutschland

Queen Elizabeth starb im Alter von 96 Jahren. Bild: Pixabay/Wikilmages

Die britische Königin Elizabeth II. ist tot. Wie der Palast mitteilte, starb die Queen am Donnerstag im Alter von 96 Jahren friedlich auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral. Elizabeth II. war länger als jeder andere britische Monarch vor ihr auf dem Thron. Sie war Staatsoberhaupt von Großbritannien und Nordirland und mehr als einem Dutzend weiterer Staaten, darunter Kanada, Neuseeland und Australien. Mit ihrem Tod geht eine Ära zu Ende.

Beerbt wird Elizabeth II. von ihrem Sohn Charles (73). Queen-Enkel Prinz William (40) rückt zum Thronfolger auf. Nummer zwei in der Thronfolge ist nun der 9-jährige Prinz George.

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Zeit

Obwohl die britische Monarchin über keine politische Macht verfügte, galt sie als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Zeit. Mit unbedingtem Pflichtbewusstsein und Beständigkeit führte sie das Land durch große Veränderungen hindurch.

Als sie 1952 Königin wurde, war Großbritannien noch eine Kolonialmacht. 1997 wurde als letzte größere Kolonie Hongkong an China übergeben. Durch den Commonwealth pflegte die Queen später weiterhin den Kontakt zu den ehemaligen Kolonien.

Schon als 13-Jährige hatte Elizabeth sich in den schneidigen Philip Mountbatten verliebt. Der griechische Prinz aus einem dänisch-deutschen Adelshaus war zeitlebens ihre große Stütze. Die Ehe währte bis zu Philips Tod im April 2021 im Alter von 99 Jahren.

Mit Ruhe durch Familienkrisen

In der Familie der Königin gab es immer wieder Krisen und Tragödien. Dazu zählten der Unfalltod ihrer Ex-Schwiegertochter Prinzessin Diana, aber auch die Vorwürfe im Missbrauchsskandal gegen ihren Sohn Andrew und der Rückzug des Enkels Prinz Harry von seinen royalen Pflichten. Die Queen ertrug alles mit stoischer Ruhe.

Leidenschaft für Hunde und Pferde

Ihre große Leidenschaft galt Hunden – ihren Corgis – und Pferden. Noch bis ins hohe Alter stieg sie in den Sattel. Dabei verzichtete sie auf einen schützenden Reiterhelm und bevorzugte stattdessen ein Kopftuch.

Queen gab kein Statement zum Brexit

Aus politischen Angelegenheiten hielt sich die Monarchin stets heraus. Auch zum Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union (Brexit) äußerte sich die Queen nicht.

2015 letzter Besuch in Deutschland

Sie absolvierte Hunderte Auslandsreisen, auch mehrere nach Deutschland. Zuletzt besuchte sie die Bundesrepublik bei einem Staatsbesuch 2015. Zu ihren Stationen gehörten Berlin, Frankfurt am Main und das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Als wichtigste Reise gilt ihr Besuch in Irland 2011. Sie wurde als Versöhnungsgeste gefeiert. Zuletzt hatte ein britisches Staatsoberhaupt Dublin vor der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien im Jahr 1911 besucht.

Staatsbegräbnis zehn Tage nach Tod geplant

Schon vor Jahren wurde minutiös geplant, was nach dem Tod der Queen passieren soll. Nach Angaben der Vereinigung der Auslandspresse in Großbritannien soll voraussichtlich zehn Tage nach dem Tod ein Staatsbegräbnis stattfinden.

Reaktionen aus Norddeutschland

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat der königlichen Familie und dem britischen Volk sein Beileid ausgesprochen. „Sie war eine beeindruckende Frau und sie wird fehlen“, sagte Weil am Donnerstagabend. Das Land Niedersachsen und Großbritannien seien seit langer Zeit eng freundschaftlich verbunden. „Gerade deshalb sind unsere Gedanken heute Abend bei den Menschen in UK.“ Die Queen sei eine historische Persönlichkeit gewesen, habe aber auch besonders große Zuneigung und Sympathie bei den Menschen in Niedersachsen genossen. „Bei ihrem letzten Besuch im Jahr 2015 haben ihr viele Tausend Menschen auf ihrem Weg von Celle nach Bergen-Belsen am Straßenrand zugejubelt und ihre Verbundenheit zum Ausdruck gebracht“, sagte Weil.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) äußerte sich zum Tod der Queen auf Twitter: „Eine Ära geht zu Ende. Hamburg hat enge Verbindungen zu Großbritannien und trauert mit den Bürgerinnen und Bürgern des Vereinigten Königreichs um #QueenElizabeth II.“

Ab Freitagnachmittag wird vom Hamburger Senat ein Kondolenzbuch für die Öffentlichkeit in der Diele des Hamburger Rathauses ausgelegt. Um 17:00 Uhr werden sich zuerst der Erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit in das Kondolenzbuch eintragen. Das Kondolenzbuch für Queen Elizabeth II. soll bis auf Weiteres täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr für Eintragungen von Hamburger Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen.

Schleswig-Holsteins Innenministerium hat am Freitag für alle öffentlichen Gebäude Trauerbeflaggung angeordnet. Vor allen Dienstgebäuden der obersten Landesbehörden sollten die Flaggen auf halbmast wehen, teilte das Innenministerium mit.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat zum Tod der Queen an die Rolle Großbritanniens bei der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus erinnert. „Königin Elizabeth II. hat den Zweiten Weltkrieg als junge Frau miterlebt“, schrieb der SPD-Regierungschef am Freitag. „Ihre Vita erinnert uns einmal mehr auch an die wechselvolle Geschichte zwischen Deutschland und Großbritannien, an den Einsatz des Vereinigten Königreiches für Freiheit und Demokratie.“ Die britische Armee habe Bremen 1945 von den Gräueln der NS-Diktatur erlöst.

Bovenschulte erinnerte auch an einen umjubelten Besuch der Queen 1978 in Bremen und Bremerhaven. „Wir verneigen uns vor der Lebensleistung einer beeindruckenden Frau, die mit großer Würde ihr Amt bis ins hohe Alter ausgeführt hat“, schrieb der Bürgermeister. Elizabeth II.

Mit dpa

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