Pullstock-WM: Mutige Ostfriesen überwinden meterbreite Wassergräben

Einen drei bis vier Meter langen, stabilen Stab, dazu Schwung, Kraft und eine ordentliche Portion Mut – mehr braucht es nicht, um in Ostfriesland meterbreite Wassergräben zu überwinden. Was einst ein praktisches Mittel war, um mit trockenen Füßen von einer Wiese zur nächsten zu kommen, ist heute im Nordwesten Niedersachsens ein Kultsport. Beim traditionellen Pfingstmarkt in Ditzumerverlaat im Rheiderland (Landkreis Leer) haben besonders sportliche Ostfriesinnen und Ostfriesen am Sonntag ihr Können bei der Weltmeisterschaft im sogenannten Pullstockspringen bewiesen.

Bei strahlendem Sonnenschein hievten sich die acht Teilnehmer von der Absprungschanze über das Wasserloch. Das gesamte Teilnehmerfeld schaffte das tatsächlich trockenen Fußes. Den Titel sicherte sich ein besonders sprungbereiter Ostfriese mit einer Weite von 4,83 Meter.

Das tief gelegene Ostfriesland ist mit zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogen. Der Pullstock oder auch Pultstock oder Paddstock genannt, diente früher als geeignetes Mittel, um Schloote, Gräben und kleinere Kanäle zu überqueren. Auch in den Niederlanden war die Technik verbreitet. Dazu wird der Stab in den Graben gesetzt, Schwung geholt und mit Hilfe des Stabes über das Wasser gesprungen. Heute wird das Pullstockspringen vor allem von Heimatvereinen lebendig gehalten – auch als sportlicher Wettbewerb.

Mit dpa

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