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Vor einem Jahr hat der Kinder- und Jugendpsychiater Professor Michael Schulte-Markwort das UKE verlassen. Er hat sich nicht nur mit einer eigenen Praxis in Hamburg selbstständig gemacht – er hat auch die Erkenntnisse eines jahrzehntelangen Berufslebens in eine psychiatrische Klinik für Kinder und Jugendliche zwischen vier und 21 Jahren fließen lassen: die Marzipanfabrik. Die Klinik ist in dem Gebäude einer ehemaligen Marzipanfabrik in Bahrenfeld untergebracht und trägt deshalb diesen Namen. Dort setzt er gemeinsam mit zahlreichen Fachkräften einen vollkommen neuen Therapieansatz um.

Das Therapiekonzept fußt auf gegenseitigem Respekt. Den Kindern und ihren Familien wird nicht gesagt, was das Richtige für sie ist, sondern man hört ihnen zu und erarbeitet eine gemeinsame Basis, auf der man zueinander finden kann. Stationsregeln gibt es nicht. Statt Druck gibt es Entlastung. Die Kinder und Jugendlichen kommen aus ganz Deutschland in die Marzipanfabrik. Viele von ihnen leiden unter Depressionen, andere haben Essstörungen, Zwangserkrankungen oder Panikattacken. Kleiner Wermutstropfen: Die Behandlung ist nur für Privatpatientinnen und Privatpatienten, wird aber unter bestimmten Umständen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Seit eineinhalb Jahren wird das Therapiekonzept in der Marzipanfabrik angewendet und es funktioniert so gut, dass Professor Schulte-Markwort von dem Träger, den Oberbergkliniken, bereits gebeten wurde, Nachfolgekliniken in anderen Bundesländern aufzubauen.

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