Prozess: 6-Jähriger stirbt in Bad Bramstedter Freibad

Frank Molter

Drei Erzieher und zwei Bademeister vor Gericht

Wegen fahrlässiger Tötung eines kleinen Jungen durch Unterlassen müssen sich von heute an drei Erzieherinnen und zwei Bademeister vor dem Amtsgericht Neumünster verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Frauen und zwei Männern im Alter von 37 bis 64 Jahren vor, Mitte Juni 2016 bei einem Ausflug in das Freibad in Bad Bramstedt nicht ausreichend auf den Sechsjährigen aufgepasst und dadurch dessen Tod fahrlässig verursacht zu haben.

Junge trieb leblos im Nichtschwimmerbecken

Der Junge soll der Anklage zufolge nach zwei Badegängen in einem unbeobachteten Augenblick allein zum Nichtschwimmerbecken zurückgelaufen sein. Dort wurde er – leblos im Wasser treibend – von zwei Jugendlichen entdeckt. Es starb am folgenden Tag im Krankenhaus. Seine Eltern, die kurz zuvor aus dem Irak nach Deutschland geflüchtet waren, sind nach Angaben eines Gerichtssprechers Nebenkläger. Ihr Junge sei erst zehn Tage in dem Kindergarten gewesen. Das Gericht hat für das Verfahren zehn Zeugen geladen und zwei Fortsetzungstermine anberaumt.

Angeklagten drohen Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren

Laut Anklage besuchten die drei Erzieherinnen und eine Praktikantin das Freibad am 23. Juni 2016 mit 15 Kindern. Alle seien zweimal im Wasser gewesen. Die Überwachung der Drei- bis Sechsjährigen soll während beider Badegänge gewährleistet gewesen sein. Danach sollen alle Kinder, darunter auch das spätere Opfer, auf einem Liegeplatz durchgezählt worden sein. Das Unglück ereignete sich laut Anklage innerhalb weniger Minuten. Den Angeklagten drohen bei einer Verurteilung Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

dpa

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