Online-Petition: Hamburger Schüler fordern „Faires Abi für alle“

„Unterstütze uns, damit alle ein faires Abi machen können“, fordern Greta Uhlig und Viktor Liebhold. Beide kommen aus Hamburg, machen sich aber für Abiturient:innen in ganz Deutschland stark. Vor sieben Tagen, also vergangenen Mittwoch, haben sie die Petition „COVID-ABI-21 – Faires Abi für alle“ auf der Plattform change.org veröffentlicht. Inzwischen haben sie damit über 2.300 Unterschriften gesammelt, pro Tag kämen etwa 300 neue dazu. „Das ging alles so schnell, damit haben wir nicht gerechnet“, freut sich Greta Uhlig.

Oberstufenschüler der Winterhuder Reformschule fordern in einer Online-Petition ein faires Abi in Zeiten von Corona. Foto: Privat

Insgesamt steckt ein elfköpfiges Team von Oberstufenschüler:innen der Winterhuder Reformschule hinter der Petition. Sechs von ihnen sind selbst kürzlich an Covid-19 erkrankt, konnten nur noch digital am Unterricht teilnehmen. „Aber immerhin war das bei uns an der Schule möglich“, berichtet Uhlig. Sie wisse, an vielen anderen Schulen sei das nicht der Fall. Da fehle das entsprechende Equipment und auch in den Familien selbst sei schließlich nicht überall ein guter Internetanschluss, ein Laptop oder ein ruhiges Arbeitsumfeld vorhanden. „Ich wäre verzweifelt, wenn ich jetzt in der Vorbereitung auf das Abi zwei Wochen komplett ausgefallen wäre und Klausuren hätte nachholen müssen.“ Die Schüler:innen haben deutlich gemerkt: In Bezug auf das Abitur 2021 muss sich etwas ändern.

„An der Qualität des Abis soll sich nichts ändern“

„Wir fordern keine inhaltliche Erleichterung“, macht Greta Uhlig noch einmal deutlich. „Das ist ein großes Vorurteil. An der Qualität des Abis soll sich nichts ändern.“ Sie fordern vielmehr formelle Anpassungen und mehr Wahlmöglichkeiten in den Prüfungen. „Es wäre toll, wenn man beispielsweise eine der drei schriftlichen Prüfungen durch eine weitere mündliche ersetzen könnte, wenn einem das besser liegt“, schlägt die 18-Jährige vor. So könne jeder seine individuellen Stärken noch besser zeigen. „Und am Inhalt würde sich ja nichts ändern.“ Auch in den Klausuren selbst fordern die Schüler:innen mehr Aufgabenvielfalt: „Wir hätten so die Möglichkeit, durch die veränderten Kompetenzen und Lernprozesse freier zu entscheiden, welche Themen wir in den Klausuren bearbeiten.“

Keine zusätzlichen Klausuren im 4. Semester

In Hamburg finden die Abiturprüfungen vom 16. April bis 4. Mai 2021 statt. Die Termine einfach weiter nach hinten zu verschieben, so wie Baden-Württemberg, Bayern oder Nordrhein-Westfalen es schon planen, reicht den Schüler:innen aus dem Norden nicht. Damit würde es sich die Politik zu einfach machen, findet Greta Uhlig. Das Grundproblem – die mangelnde Vorbereitung durch zu viel Unterrichtsausfall und anderweitige Beeinträchtigungen – bleibe schließlich bestehen. Nicht nur in Hamburg. Daher auch ihre letzte Forderung an die Kultusminister:innen der Länder: „Wir fordern, dass im vierten Semester, bis auf die Vorabis, keine weiteren Klausuren geschrieben werden, damit man sich wirklich aufs Abi konzentrieren kann.“ Die Zeugnisnote könne sich nach ihrem Vorschlag dann durch die mündliche Mitarbeit und mögliche freiwillige Leistungen zusammensetzen.

 

Gloria Saggau 

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