Niedersächsischer Flüchtlingsrat fordert Bleibeperspektive für Menschen aus Afghanistan

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan fordert der niedersächsische Flüchtlingsrat vom Land die Aufnahme von Flüchtlingen und Bleibeperspektiven. Die Gefahrenlage für die Menschen in Afghanistan habe sich weiter verschärft, teilte der Landesflüchtlingsrat am Donnerstag mit. Zugleich sei dringend nötig, in Deutschland lebenden Afghaninnen und Afghanen sowie ihren Angehörigen „endlich eine verlässliche Perspektive zu bieten“. Für viele Menschen bedeute die Machtübernahme der Taliban, dass eine Rückkehr nach Afghanistan auf absehbare Zeit ausgeschlossen sei.

Eigenes Aufnahmeprogramm für Niedersachsen

Die Landesregierung müsse den etwa 2.000 Afghaninnen und Afghanen, die lediglich geduldet seien, „endlich eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen“, forderte Annika Hesselmann, Referentin beim Flüchtlingsrat Niedersachsen. Sie dürfe weder die Menschen in Niedersachsen noch ihre Angehörigen in Afghanistan im Stich lassen. Die Landesregierung müsse sich beim Bundesinnenministerium für eine Beschleunigung und Vereinfachung des Familiennachzuges einsetzen, forderte sie. Auch müsse das Land ein eigenes Aufnahmeprogramm verabschieden.

Der Flüchtlingsrat sprach sich auch dafür aus, dass Niedersachsen ausnahmslos davon absehen sollte, Menschen nach Afghanistan abzuschieben. Außerdem sollten sämtliche Sanktionen wie Arbeitsverbote und Leistungskürzungen gegenüber Menschen aus Afghanistan aufgehoben werden.

mit dpa

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