Niedersachsen will Vertrag mit Metronom vorzeitig kündigen und neu ausschreiben

„Bitte nicht einsteigen“ steht an einem Zug der Eisenbahngesellschaft Metronom im Hauptbahnhof. Bodo Marks/dpa

Wegen anhaltender Probleme beim Bahnbetreiber Metronom will das Land Niedersachsen jetzt über eine vorzeitige Beendigung des Verkehrsvertrages für das sogenannte Hansenetz verhandeln. Dazu habe der Aufsichtsrat der Niedersächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) die Geschäftsführung in einer Sondersitzung am Dienstag ermächtigt, teilte das Verkehrsministerium am Mittwoch in Hannover mit. Bis Ende Februar solle ein entsprechender Vertrag erarbeitet werden. Ziel sei es, die Strecken dann neu auszuschreiben und einem anderen Betreiber zu übergeben.

Diese Strecken sind betroffen

Betroffen sind die wichtigen Strecken Hamburg–Bremen, Hamburg–Lüneburg–Uelzen, Uelzen–Celle–Hannover und Hannover–Northeim–Göttingen. Die Bahngesellschaft Metronom, die die Strecken im Auftrag der LNVG bedient, konnte den Verkehr zuletzt wegen Personalmangels nur eingeschränkt sicherstellen. Seit Ende August 2023 gelten Ersatzfahrpläne mit weniger Fahrten, die jüngst bis zum 29. Juli verlängert wurde. Es gebe „große Probleme in Bezug auf Qualität und Zuverlässigkeit des Angebots“, hieß es nun in der Mitteilung des Ministeriums. Dies habe den Beschluss des Aufsichtsrats notwendig gemacht.

Lies: Metronom kann sich bei Neuausschreibung bewerben

„Unser Ziel ist es daher zum einen, die Verkehre auf der Strecke bis Juni 2026 vollumfänglich zu erhalten und das Angebot wieder zu verbessern“, sagte Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) laut Mitteilung. „Zum anderen wollen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jetzt Verlässlichkeit und zugleich eine gute Perspektive bieten.“ Da die von Metronom genutzten Züge der LNVG gehören, sei ein Wechsel des Betreibers ohne größere Investitionen möglich. Auch der bisherige Betreiber Metronom könne sich bei einer Neuausschreibung bewerben, fügte Lies hinzu. „Die Marke Metronom ist fest etabliert.“

Laut Verkehrsministerium soll das Netz bei der Neuvergabe geteilt werden, sodass es mehrere Anbieter geben soll. Carmen Schwabl, Geschäftsführerin der Landesnahverkehrsgesellschaft, forderte vom Bund und Land mehr Geld für den Nah- und Regionalverkehr.

Metronom betreibt die Strecken des heutigen Hansenetzes seit Ende 2011. Der aktuelle Vertrag würde regulär noch bis Dezember 2033 laufen. Laut Ministerium nutzen täglich rund 80.000 Menschen die Züge.

SAT.1 REGIONAL/dpa

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