Niedersachsen will doch Beherbergungsverbot für Risiko-Urlauber

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, gibt ein Pressestatement. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

In immer mehr Regionen Deutschlands überschreiten die Corona-Zahlen kritische Marken. Für viele Herbsturlauber:innen wird es damit knifflig. Ministerpräsident Weil betont jedoch, dass niemand kurzfristig seinen Aufenthalt im Land abbrechen müsse.

Niedersachsen will nun doch ein Beherbergungsverbot für Urlauber:innen aus Corona-Risikogebieten. Eine entsprechende Landesverordnung werde auf den Weg gebracht, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Landtag in Hannover. Man habe sich darüber innerhalb der Landesregierung abgestimmt.

Viele andere Bundesländer wollen auch keine Tourist:innen aus Corona-Risikogebieten mehr in ihren Hotels und Ferienwohnungen übernachten lassen. Darauf hatten sie sich am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) verständigt. Niedersachsen hatte sich dem zunächst nicht angeschlossen.

Touristen mit negativen Corona-Test können in Niedersachsen Urlaub machen

Greifen soll die Maßnahme für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner:innen binnen sieben Tagen. Das Beherbergungsverbot gelte nicht, wenn eine Stadt oder ein Landkreis nur an einem Tag den Wert von 50 überschreite, betonte Weil am Donnerstag. Zudem könnten Tourist:innen mit einem negativen Corona-Test durchaus in Niedersachsen Urlaub machen.

In Niedersachsen und Bremen beginnen an diesem Wochenende die zweiwöchigen Herbstferien. Unklar ist, ab wann das Beherbergungsverbot in Niedersachsen gilt. Weil Auslandsreisen weitgehend ausfallen, haben viele Deutsche bereits Reiseziele im Norden gebucht – etwa an der Nordseeküste oder im Harz. Maßgeblich sei das Datum der Einreise nach Niedersachsen, erklärte Weil. Es solle vermieden werden, dass kurzfristig Aufenthalte abgebrochen werden müssen.

Entscheidung soll sorgfältig abgewogen werden

Die neue Verfügung werde große Unsicherheit bei der einheimischen Hotellerie und Tourismusbranche auslösen, räumte der Regierungschef ein: „Das ist nichts, was wir leichten Herzens tun.“ Die Entscheidung sei sorgfältig abgewogen worden. Hintergrund sei die exponentielle Steigerung der Infektionszahlen.

Der FDP-Fraktionschef Stefan Birkner kritisierte, dass noch viele Fragen offen seien, etwa: «Wann treten welche Regelungen in Kraft?» Zudem hätten die Hotellerie und Übernachtungsbetriebe doch Hygienekonzepte, denen bisher vertraut worden sei.

 

Mit dpa

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