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Als Reaktion auf die nach wie vor hohen Zahlen der Corona-Infektionen in Niedersachsen wird die Landesregierung die Corona-Schutzmaßnahmen wieder verschärfen. Das hat Stephan Weil am Donnerstagvormittag im Landtag bekanntgegeben. “Weihnachten und Silvester müssen in diesem Jahr so ganz anders sein als alle anderen, die ich in meinem Leben erlebt habe”, so der Ministerpräsident. „Der bisherige Shutdown light hat leider nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Auch bei uns steigt die Zahl der Infizierten wieder. Obwohl wir in Niedersachsen noch weitaus bessere Infektionszahlen haben als andere Länder, dürfen wir uns nicht in Sicherheit wiegen.“

Die Regelungen für Weihnachten und Silvester sollen in drei Bereichen verschärft werden.

Kontaktbeschränkungen nur an Weihnachten gelockert

Die direkten zwischenmenschlichen Kontakte sollen generell, wie schon bisher, auf fünf Personen aus zwei Haushalten beschränkt bleiben. Kinder unter 14 Jahren werden nicht eingerechnet. Eine Ausnahmeregelung soll für die drei Weihnachtstage (24.12, 25.12. und 26.12.2020) gelten. An diesen Weihnachtsfeiertagen dürfen sich enge Angehörige auch mit bis zu zehn Personen treffen. Bei einem Zusammentreffen mit Freunden wird es auch an Weihnachten bei der Fünf-Personen-Regelung bleiben. Auch an Silvester gilt: Fünf Personen aus zwei Haushalten, egal ob es sich um Angehörige oder Freunde handelt.

Der Verkauf oder die Abgabe alkoholischer Getränke, die zum unmittelbaren Verzehr bestimmt sind, sollen verboten werden.

Freiwilliges Homeschooling vom 14. bis 18. Dezember

Eltern können ihre Kinder bereits vom 14. bis 18. Dezember 2020 vom Präsenzunterricht befreien lassen, damit weniger Kinder in den Klassen sitzen. „Mit der Ausweitung unserer bestehenden Regelung von zwei auf fünf Tage freiwilliges Homeschooling kommen eingedenk der Weihnachtsferien rund vier Wochen zusammen, in denen sich die Kontakte auch der Kinder und Jugendlichen deutlich reduzieren werden“, so Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Es soll ausreichen, wenn Eltern per Telefon, E-Mail oder auf Papier der Schule Bescheid sagen, ab wann ihr Kind nicht mehr erscheint und stattdessen ins Distanzlernen geht. Eine besondere Begründung müsse nicht genannt werden.

Schulen sind trotzdem weiter geöffnet

Für alle Schüler:innen, die von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen, sind die Schulen ganz normal geöffnet. Abschluss- und versetzungsrelevante Klausuren müssten natürlich trotzdem zu den festgelegten Terminen geschrieben werden, sodass betreffende Schüler:innen zu diesen Zeitpunkten in der Schule sein müssen – aber auch nur zu diesen Anlässen und nicht für den gesamten Tag. Nach dem Klausurschreiben kann ins Lernen zu Hause gewechselt werden.

Einzelhandel wird möglicherweise geschlossen

Eine Schließung aller nicht lebensnotwendigen Geschäfte zwischen Weihnachten und Neujahr, eventuell auch darüber hinaus, wird in Erwägung gezogen. Darüber will sich Niedersachsen in den nächsten Tagen mit den anderen Ländern und dem Bund austauschen. „In kaum einem anderen Bereich ist ein bundesweit einheitliches Handeln so angesagt wie bei der Schließung von Teilen des Einzelhandels. Andernfalls riskieren wir länderübergreifende Wanderungsbewegungen zum Einkaufen“, sagte Stephan Weil.

Dringlicher Appell vom Ministerpräsidenten

Ministerpräsident Stephan Weil appelliert abschließend: “Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für die anstehenden Verschärfungen und um eine gemeinsame Kraftanstrengung. Wir bekommen das Virus nur gemeinsam in den Griff. Das wird uns im Laufe des Jahres 2021 sicher gelingen, wenn auch leider nicht in den ersten Monaten. Es liegt noch eine harte Zeit vor uns, aber im nächsten Jahr gibt es nach und nach immer bessere Perspektiven. Dafür müssen wir jetzt die Voraussetzungen schaffen.“

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