Niedersachsen knackt wohl Hitzerekord – Forscher warnen vor schwerwiegenden Folgen

Ein Mann duscht sich im Gegenlicht der Sonne unter einer Brause in einem Freibad. Foto: Friso Gentsch

In Niedersachsen ist am Mittwoch wohl ein Hitzerekord erreicht worden: 39,1 Grad wurden in der Messstation in Lingen im Emsland gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf Basis vorläufiger Messungen mitteilte. Die bis dahin höchste Temperatur in Niedersachsen seit Beginn der Aufzeichnungen war am 9. August 1992 an der Wetterstation in Unterlüß im Landkreis Celle gemessen worden – damals waren es 38,6 Grad. Der Rekord für Bremen stammt mit 37,6 Grad vom selben Tag – er wurde am Mittwoch nicht gebrochen.

Es sei möglich, dass es bereits am Donnerstag wieder ein Hitzerekord für Niedersachsen geben werde, sagte der Sprecher. „Prädestiniert ist dafür wieder die Station in Lingen – dort rechnen wir mit gut 39 Grad, vielleicht auch einen Ticken mehr.“ An den Küsten rechnet der Deutsche Wetterdienst mit Höchstwerten um die 30 Grad.

Forscher appellieren aktiv gegen die Erderwärmung vorzugehen

Hitzewellen wie momentan wird es nach Ansicht von Klimaforschern künftig häufiger in Deutschland geben. „Ob es immer neue Rekordwerte werden oder wir einfach häufiger an diese Rekordmarken herankommen, ist aber noch ein bisschen unklar“, sagte die Direktorin des Climate Service Center Germany in Hamburg, Daniela Jacob, der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn man aber den regionalen Klimamodellen Glauben schenkt, dann können beispielsweise im Oberrheingraben zur Mitte des Jahrhunderts auch Temperaturen bis zu 44, 45 oder 46 Grad kommen.“ Alles hänge davon ab, die weitere Erderwärmung zu begrenzen. „Wenn wir weitermachen wie bisher, dann können sich diese Hitzeperioden bis zum Ende des Jahrhunderts auch um den Faktor vier verlängern.“ Das wären bis zu 60 Tage pro Jahr mehr als heute.

dpa

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