Unternehmensübernahmen sollen leichter werden

Bernd Buchholz (FDP), Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein steht im Landtag. Foto: Carsten Rehder/Archiv

Kiel (dpa/lno) – Mittelständler finden häufig keine ausreichend kapitalstarken Nachfolger – hier möchte die Landesregierung in Kiel Abhilfe schaffen. Sie wolle gemeinsam mit Förderbanken und Kammern Generationenübergänge erleichtern, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Mittwoch. Mit einem neuen Förderprogramm werde eine Ausweitung der Unterstützung mit Beteiligungskapital auf bis zu sechs Millionen Euro ermöglicht, selbst wenn bereits Geld aus anderen Fonds im Einsatz sei. Bisher waren drei Millionen das Maximum.

«Es geht vor allem darum, größere Mittelstandsunternehmen samt zugehöriger Arbeitsplätze und Know-how im Land zu halten», erläuterte Buchholz. «Denn immer dort, wo sich kein geborener Nachfolger findet, ist die Gefahr groß, dass ein Betrieb von Investoren aufgekauft, zur verlängerten Werkbank degradiert oder sukzessive ausgehöhlt wird.»

Unter www.unternehmensnachfolge-sh.de gibt es alle Informationen für Unternehmer, die einen Nachfolger suchen und für solche, die das werden wollen. Dies ist anonymisiert möglich. «Ein Unternehmer, der seine Firma abgeben möchte, steht vor einer großen emotionalen Herausforderung», sagte dazu der Vorstandschef der Investitionsbank, Erk Westermann-Lammers. «Das ist ein sehr sensibles Thema, und viele Unternehmer mögen das nur mit großer Diskretion angehen.»

Die Unternehmensnachfolge sei neben Fachkräftemangel für die Wirtschaft eines der drängendsten Themen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, Andreas Katschke. Da eine erfolgreiche Übergabe meist ein mehrjähriger Prozess sei, sollten alle Betrieben die Nachfolge frühzeitig angehen.

Programm zur Unternehmensnachfolge

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