Kein Ermittlungsverfahren nach Brand in Flüchtlingsheim

Keine Obduktion nach Explosion in Buchholz. Georg Wendt/dpa
Keine Obduktion nach Explosion in Buchholz. Georg Wendt/dpa

Buchholz (dpa) –

Nach dem verheerenden Brand in der Flüchtlingsunterkunft in Buchholz in der Nordheide wird der tödlich Verunglückte nicht obduziert und es gibt kein Ermittlungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft Stade hat den Fall abgeschlossen. «Es hat sich klar ergeben, dass der Mann der Verursacher war», sagte ein Sprecher mit Blick auf den ums Leben gekommenen Mann. Auch die Identität des aus Äthiopien stammenden 28-Jährigen sei eindeutig. Es sei festgestellt worden, dass der Bewohner des Containerdorfes durch Eigenverschulden umgekommen sei. Die Leiche sei freigegeben worden. 

Der Mann sei 2018 nach Deutschland gekommen, sagte eine Sprecherin des Landkreises Harburg. Er hatte eine Aufenthaltserlaubnis aufgrund der Gefährdungslage in seinem Heimatland Eritrea. Als Nationalität wurde aber äthiopisch angegeben. 

Zu Motiv und Hintergründen der Explosion, bei der am Montag ein Polizist schwer verletzt wurde und 19 weitere Menschen Blessuren erlitten, machte der Staatsanwalt keine Angaben. Eine Befragung des Mitbewohners in dem Zweier-Wohnraum habe nicht viel ergeben, sagte ein Polizeisprecher. Der Zeuge habe erst kurze Zeit mit dem Äthiopier zusammengewohnt. 

Der Tatort sei freigegeben worden, es würden keine weiteren Spuren gesichert und kein Gutachten angefordert. Allerdings sei es zu gefährlich, das Gelände zu betreten, warnte der Sprecher. Der Schaden belaufe sich auf ungefähr 250 000 Euro. 

Der 44 Jahre alte Polizeibeamte liegt weiter mit schweren Verbrennungen auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Nachdem es Hinweise auf eine Brandgefahr in der Unterkunft für etwa 100 Menschen im Landkreis Harburg gegeben hatte, waren zwei Polizeibeamte und zwei Mitarbeitende der Unterkunft in den Wohncontainer gegangen. Plötzlich kam es zu einer Explosion. Der Feuerwehr zufolge brach im Erdgeschoss der zweistöckigen Anlage ein Feuer aus. Die Unterkunft mit 48 Containern geriet in Vollbrand.

© dpa-infocom, dpa:240711-930-170743/2

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