Hunderte Plakate zum NSU-Komplex in Hamburg: Vier Festnahmen

Hamburg (dpa/lno) – Nach dem Urteil im Münchner NSU-Prozess sind am Mittwochabend in mehreren Hamburger Stadtteilen verbotenerweise Hunderte Plakate angebracht worden, auf denen weitere Aufklärung der Taten der Rechtsterroristen gefordert wird. Es habe vier vorläufige Festnahmen gegeben, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstagmorgen. Die Plakate seien zum Teil mit Kleister an Geschäfte oder Häuser geklebt worden. In den Fällen, in denen sich die Plakate nicht rückstandslos entfernen lassen, wird laut Polizei wegen politisch motivierter Sachbeschädigung ermittelt. Bleibe nichts zurück, werde es als «wildes» Plakatieren weiterverfolgt.

Kurz vor der Plakataktion hatten bis zu 1000 Demonstranten in Hamburg eine weitere Aufarbeitung des Mordes an dem Gemüsehändler Süleyman Taşköprü im Stadtteil Bahrenfeld verlangt. Er ist einer von zehn Opfern, die dem NSU zwischen 2000 und 2007 zugerechnet werden. Am Mittwoch war die Hauptangeklagte Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Auf den in der Stadt verteilten Plakaten wurde nach Polizeiangaben unter anderem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss auch in Hamburg gefordert.

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