Dopingexperte Braumann: «Zahlreiche Todesfälle» durch Epo

Ein Schild weist auf die Antidoping-Kontrolle hin. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Ein Schild weist auf die Antidoping-Kontrolle hin. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Hamburg (dpa/lno) –

Der Hamburger Dopingexperte Klaus-Michael Braumann sieht eine leistungssteigernde Wirkung von Erythropoetin (Epo) auch im Fußball als gesichert an. Entgegen der mitunter geäußerten Meinung, Doping im Fußball bringe nichts, sagte er im Podcast des «Hamburger Abendblatt»: «Selbstverständlich führt es zu einer Verbesserung der Ausdauer, welche eine Leistungssteigerung von zwei Prozent zur Folge hat – gerade im Fußball.» Zur Einordnung meinte Braumann: «Das sind schon sensationelle Größenordnungen, gar Welten im Sport.» Epo als Doping-Mittel ist besonders in Ausdauersportarten wie unter anderem im Radsport und Skilanglauf bekannt.

Der Sportmediziner erklärte, dass ein Epo-Dopingsünder «zwei- bis dreimal am Tag Mikrodosierungen in die Vene oder den Muskel» spritzen müsse. Braumann, der an der Aufarbeitung der westdeutschen Dopinggeschichte beteiligt war, sagte ferner: «Nach einer Woche hat man einen 14 Tage andauernden Effekt.» Epo sei bis zu drei Wochen nach der Einnahme nachweisbar.

Das gesundheitliche Risiko ist hoch. Es könne durch eine Verdickung des Bluts zu Thrombosen kommen und zu einer Überforderung des Herz-Kreislauf-Systems führen, sagte Braumann und betonte: «Epo führte bereits zu zahlreichen Todesfällen.»

Derzeit steht Fußballprofi Mario Vuskovic vom Zweitligisten Hamburger SV unter Doping-Verdacht. Der 21 Jahre alte Kroate ist bei einer Dopingkontrolle am 16. September positiv auf Epo getestet worden. Die Öffnung der B-Probe wurde von ihm und dem HSV beantragt. Der DFB hat Vuskovic vorläufig gesperrt. Sollte der Innenverteidiger des Dopings überführt werden, muss er mit einer vierjährigen Sperre rechnen.

© dpa-infocom, dpa:221125-99-660948/2

Copy LinkCopy Link
Zur Startseite