AOK warnt: Hitze bringt mehr Klinikfälle in Niedersachsen

Ein Fahrradfahrer fährt bei Sonnenaufgang über eine Brücke in der Region Hannover. Hitze ist besonders am Nachmittag gefährlich. (Symbolbild) Julian Stratenschulte/dpa
Ein Fahrradfahrer fährt bei Sonnenaufgang über eine Brücke in der Region Hannover. Hitze ist besonders am Nachmittag gefährlich. (Symbolbild) Julian Stratenschulte/dpa

Hannover (dpa/lni) –

Die AOK Niedersachsen und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) warnen vor zunehmenden Gesundheitsrisiken durch Hitze. Besonders ältere Menschen, Schwangere, Wohnungslose und chronisch Kranke seien gefährdet, teilten die AOK und das NLGA vor dem bundesweiten Hitzeaktionstag am Donnerstag mit.

Auswertungen aus einem gemeinsamen Projekt zeigen demnach: In besonders heißen Jahren mussten mehr Menschen wegen Flüssigkeitsmangels stationär behandelt werden. Hohe Temperaturen belasteten nicht nur den Kreislauf, sondern könnten auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Belastungen, Infektionen sowie Haut- und Muskel-Skelett-Beschwerden verstärken.

NLGA-Präsident Fabian Feil sagte: «Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Anzahl der Hitzetage in Zukunft weiter zunimmt und damit mehr Menschen stationär behandelt werden müssen.» Für Betroffene seien die Folgen teils lebensbedrohlich. Zugleich werde das Gesundheitssystem stark belastet.

Hitze kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen

Auch im Berufsalltag kann Hitze den Angaben zufolge zum Problem werden – etwa für Menschen, die körperlich schwer arbeiten, im Freien tätig sind oder Schutzkleidung tragen müssen. Zudem könne Hitze die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Hitzeempfindliche Arzneimittel müssten deshalb richtig gelagert werden.

Die AOK und das NLGA fordern mehr Vorsorge. Dazu gehörten verbindliche Hitzeaktionspläne in Kommunen und Ländern sowie mehr Grünflächen und weniger versiegelte Flächen in Städten. AOK-Vorstandschef Jürgen Peter sagte: «Hitzeschutz und Hitzeanpassung sind eine Aufgabe für Politik, Kommunen und jede und jeden Einzelnen.»

Die Daten stammen aus dem Projekt «AnKliMM». Dabei werden anonymisierte Krankenhausdaten der AOK Niedersachsen mit Wetterdaten abgeglichen. Untersucht werden unter anderem die Region Hannover, Braunschweig, Salzgitter sowie die Landkreise Peine und Wolfenbüttel.

© dpa-infocom, dpa:260609-930-196160/1

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