Neun weitere Geflügelpest-Fälle in Schleswig-Holstein – nun auch in Dithmarschen

Im Kampf gegen die Geflügelpest hat der Kreis Dithmarschen am Dienstag scharfe Auflagen für Geflügelhalter in einigen Regionen erlassen. Im Aufstallungsgebiet dürfen dann Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse (Geflügel) ausschließlich in geschlossenen Ställen gehalten werden, gab der Kreis bekannt. Alternativ ist gemäß „Tierseuchenrechtlicher Allgemeinverfügung“ das Halten unter einer Vorrichtung möglich, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss.

Bereiche des Aufstallungsgebietes online einsehbar

Die Bereiche des Aufstallungsgebietes hat der Kreis Dithmarschen in der im Internet abrufbaren Allgemeinverfügung genau dargelegt. Dazu gehört ein drei Kilometer langer Streifen entlang der Nordseeküste, der Elbe und der Eider. Auch Bereiche am Nord-Ostsee-Kanal und Vogelschutzgebiete sind betroffen. Ausstellungen, Märkte und Veranstaltungen ähnlicher Art von Geflügel und Tauben sind im gesamten Kreisgebiet Dithmarschen verboten. Erhöhte Biosicherheitsanforderungen, insbesondere auch zur Fütterung und zum Tränken von Geflügel, gelten ebenfalls für das gesamte Kreisgebiet.

Insgesamt zwölf Vogelgrippe-Fälle in Nordfriesland und Dithmarschen

Hintergrund ist die drohende erneute Ausbreitung der Geflügelpest in Schleswig-Holstein. Nach Angaben des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums vom Dienstag sind bisher insgesamt zwölf Geflügelpest-Fälle bei Wildvögeln in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen nachgewiesen worden. Hierbei sei neben dem Geflügelpest-Subtyp H5N8 als weiterer Subtyp H5N5 festgestellt worden, der parallel in der Wildvogelpopulation zirkuliere. Eine entsprechende Bestätigung hatte das Ministerium am Montag vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem nationalen Referenzlabor für Geflügelpest, erhalten.

Auch in Hamburg nachgewiesen

Bei Wildvögeln auch in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wurde bereits die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, nachgewiesen. Sie ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Sie kann bei Hausgeflügel mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen verlaufen. Laut FLI wurden die festgestellten Virustypen bisher noch nie bei Menschen nachgewiesen.

Experten mahnen zu erhöhter Wachsamkeit

Vor einigen Tagen war in den Niederlanden Geflügelpest bei Höckerschwänen nachgewiesen worden. Das FLI hatte Anfang Oktober erklärt, mit dem Herbstzug der Vögel sei ein hohes Risiko für das Einschleppen hochansteckender Vogelgrippe-Viren nach Deutschland zu erwarten. Die Experten mahnten zu erhöhter Wachsamkeit bei Wildvögeln, die krank oder tot gefunden werden.

Vor den jüngsten Fällen hatte es zuletzt im März 2018 Geflügelpest-Fälle in Schleswig-Holstein gegeben. Zuvor gab es größere Ausbrüche 2016/17. In Hamburg war der letzte Fall im Februar 2017 aufgetreten.

Mit dpa

Vogelgrippe bei Tieren in Nordfriesland nachgewiesen

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