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Obwohl die Anzahl der Todesfälle leicht gesunken ist, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 47 Prozent immer noch die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Das verdeutlicht der Deutsche Herzbericht, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zählt zu den häufigsten Diagnosen, die zu einer stationären Behandlung führen. Sie ist in den meisten Fällen die Folge anderer chronischer Herz- und Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Diabetes, Herzklappenkrankheiten und Vorhofflimmern. „Wenn es uns also gelingt, diese Erkrankungen konsequent zu behandeln oder noch besser deren Entstehung durch Prävention zu vermeiden, hätte die Herzschwäche sehr schnell ihren Schrecken verloren“, so Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

„Die Herzschwäche beginnt zumeist langsam, Symptome wie Luftnot beim Treppensteigen werden fehlgedeutet und oftmals auf das Alter geschoben oder geschwollene Füße gar nicht bemerkt – tut ja auch nicht weh“, so der Herzspezialist weiter. Ebenso wird gerade von älteren Patienten die Einnahme von Medikamenten vergessen oder sie werden wegen Nebenwirkungen gar nicht eingenommen. „Hier müssen wir durch gezieltere ambulante Versorgung, vor allem aber durch bessere Aufklärung über Krankheitssymptome und Therapiemöglichkeiten besser gegensteuern.“

Plötzlicher Herztod

Jedes Jahr erleiden etwa 65.000 Menschen in Deutschland ein plötzliches Herzversagen. Über 60.000 versterben daran. Dabei könnte ein großer Teil von ihnen gerettet werden, wenn Zeugen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen – der Herzdruckmassage – beginnen würden. Dies ist laut Herzstiftung leider nicht der Fall. Die Laienreanimationsquote, also der Anteil derjenigen, die vor Eintreffen eines Rettungsteams mit der Wiederbelebung begonnen haben, beträgt in Deutschland etwa 30 bis 35 Prozent. Dies ist „inakzeptabel, zumal es auch anders geht.“ In anderen europäischen Ländern beträgt die Quote bis zu 80 Prozent. Mit gezielter Aufklärung zum richtigen Notfallverhalten in Schulen, Kommunen oder Vereinen ließe sich diese Quote verbessern. Der plötzliche Herztod und die Präventionsmöglichkeiten werden daher auch Thema der bundesweiten Herzwochen im November 2019 sein.

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Fünf Tipps zum Erhalt der Herzgesundheit
  1. Heute schon bewegt? Wer sich regelmäßig körperlich bewegt, fördert seine Gesundheit und beugt Herz- und Gefäßkrankheiten wirksam vor. Ausdauertraining ist für Ihre Gesundheit optimal. Ideal ist, wenn Sie vier- bis fünfmal pro Woche 30 bis 45 Minuten joggen, Rad fahren, schwimmen, Nordic Walking betreiben oder tanzen. Gestalten Sie Ihren Alltag so bewegt wie möglich: Nehmen Sie die Treppe und nicht den Aufzug, das Fahrrad an Stelle des Autos. Herzpatienten sollten ihre Belastbarkeit individuell mit ihrem Arzt besprechen.
  2. Heute schon gut gelebt? Die Mittelmeerküche ist herzgesund und schmeckt hervorragend. In der Mittelmeerküche wird besonders viel frisches Obst, Gemüse und Salat, eher Fisch als Fleisch gegessen. Steigen Sie auf Oliven- oder Rapsöl um – das schützt die Blutgefäße.
  3. Immer noch Raucher? Hätten Sie gewusst, dass jede Zigarette das Leben um 25 bis 30 Minuten verkürzt? Hören Sie jetzt mit dem Rauchen auf. Sie werden feststellen, dass Sie besser riechen, besser schmecken und nicht mehr so schnell aus der Puste kommen.
  4. Kennen Sie Ihre Telefonnummer? Wahrscheinlich ja. Aber wissen Sie auch, wie hoch Ihr Blutdruck, Ihr Cholesterin, Ihr Blutzucker ist? Hoher Blutdruck, hohe Cholesterin- und hohe Blutzuckerwerte schädigen die Blutgefäße. Die Folgen sind fatal: Herzinfarkt, Schlaganfall und andere schwere Erkrankungen. Deshalb: Lassen Sie Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker regelmäßig kontrollieren.
  5. Haben Sie Stress? Heute ist fast jeder gestresst. Es kommt jedoch nicht nur auf die belastende Lebenssituation an, sondern darauf, wie man damit umgeht. Gönnen Sie sich Auszeiten! Bewegung ist ein gutes Mittel, um Stress abzubauen. Entspannungstechniken und ausreichende Erholung helfen.

Weitere Informationen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhalten Betroffene bei der Deutschen Herzstiftung kostenfrei unter der Telefonnummer 069 95 51 28 400 oder unter www.herzstiftung.de

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