Ministerpräsident Weil: Mehr Menschen aus Lager Moria aufnehmen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Ole Spata/dpa

Für Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kann die Zusage Deutschlands und Frankreichs, minderjährige Migranten aus dem abgebrannten griechischen Lager Moria aufzunehmen, nicht das letzte Wort sein. „Wir reden derzeit in Moria von etwa 12.000 Menschen, die buchstäblich auf der Straße leben“, sagte der SPD-Politiker dem Sender „Antenne Niedersachsen“. Diese Menschen hätten keinerlei Perspektive – „das war schon vor dem entsetzlichen Brand ein offenkundiger Skandal“.

Inoffizielle Zahl von 400 Minderjährigen

Deutschland und Frankreich hatten nach dem Großbrand in Moria angekündigt, mehr minderjährige Migrant*innen aufzunehmen – möglichst gemeinsam mit anderen EU-Ländern. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend in Berlin, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Zuvor war inoffiziell von 400 die Rede gewesen.

„Wenn wirklich große, handlungsfähige Länder wie Deutschland und Frankreich zusammen meinen, man käme mit 400 Minderjährigen aus, dann ist das schlichtweg zu wenig“, kritisierte Weil. „Was ist denn dann eigentlich mit den anderen über 11.000 Menschen, die sich nach wie vor in einer solch entsetzlichen Lage befinden? Wir brauchen eine Lösung.“ Am besten wäre es, wenn alle europäischen Länder sich an der Aufnahme der Menschen beteiligten, das sei aber nicht realistisch. Er forderte eine „Koalition der gutwilligen EU-Partner“.

 

Mit dpa

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