„Marlene Lufen: Deutschland im Lockdown“: SAT.1 ändert kurzfristig Programm und zeigt Live-Talk

Ein Ausschnitt aus dem Video von SAT.1-Moderatorin Marlene Lufen zum Corona-Lockdown, das auf Instagram viral gegangen ist. Foto: instagram.com/marlenelufen/

UPDATE: 08. FEBRUAR 2021

Inzwischen haben mehr als 10,9 Millionen Menschen (Stand: 08.02.2021) das Video auf Instagram gesehen und über 34.000 (Stand: 08.02.2021) haben es kommentiert. SAT.1-Moderatorin Marlene Lufen hat mit ihrem Kommentar zu den physischen wie psychischen Folgen des Lockdowns einen Nerv getroffen. SAT.1 nimmt die dadurch ausgelöste Diskussion zum Anlass und ändert daher kurzfristig sein Programm: Im Live-Talk „Marlene Lufen: Deutschland im Lockdown“ diskutiert die Moderatorin am Montagabend, den 8. Februar 2021, um 20:15 Uhr in SAT.1 mit ihren Gästen die möglichen Folgen des Lockdowns: Gewalt gegen Kinder, häusliche Gewalt, Suchterkrankungen, Depressionen und Vereinsamung.

Respektvoll miteinander diskutieren

„Immer dort, wo Menschen offen reden, kann man Dinge verbessern. Wir sollten mit Verständnis für die Sichtweise des anderen diskutieren. Aber auf der Suche nach dem bestmöglichen Weg durch diese Pandemie müssen wir die Sorgen aller im Blick behalten“, so Marlene Lufen.

Das sind die Gäste heute Abend:

Als Gesprächspartner im Studio begrüßt Marlene Lufen heute Abend:

Dr. Karella Easwaran, Kinderärztin: „Soziale Isolation bei Kindern und Jugendlichen hat eine nachgewiesene nachteilige Wirkung auf die Gehirnentwicklung und das spätere Verhalten im Erwachsenenalter. Wir müssen die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen schützen, indem wir interdisziplinäre Strategien entwickeln, um diese negativen Folgen zu verhindern.“

Tim Raue, Sternekoch: „Es fehlt in diesen Zeiten völlig an Perspektive. Es herrscht komplette Unsicherheit. Niemand weiß, ob er oder sie in zwei Wochen noch einen Job hat. Konstant die Befürchtung und Sorge zu haben, die Arbeit zu verlieren, ins Ungewisse zu laufen, schafft Frustration, Aggression und Demütigung.“

Charis Krüger, leidet selbst an Depressionen: „Es ist jeden Tag schwerer, den Sinn meines Lebens zu erkennen, den ich Anfang 2020 endlich wiedergefunden hatte. Viele Symptome, die ich dachte, überwunden zu haben, kommen langsam wieder und schleichen sich in mein Leben. Panikattacken beim Einkaufen, negatives Gedankenkreisen, ohne es beenden zu können, Schlafstörungen. Ich habe Angst, dass alles wieder langsam von vorne beginnt, was ich mir über Jahre hinweg mit meiner Therapie erarbeitet habe.”

Alexander Löher, Bezirksschülersprecher: „Die Probleme und Sorgen von Kindern und Jugendlichen werden in der Öffentlichkeit nicht genug wahrgenommen: Immer mehr Schüler vereinsamen im Homeschooling, Freundschaften zerbrechen, Hobbys fallen weg, Zukunftspläne platzen. In dieser Situation ist kein normales Erwachsenwerden möglich.“

Zuschauer können Fragen stellen

Der Studio-Diskussion zugeschaltet werden zudem Julia Reinhardt, Leiterin der Beratungsstelle „Contra Häusliche Gewalt“ (Sitz in Rheinland-Pfalz), sowie Manuela Kraft, Angestellte in einem ambulanten Pflegedienst. Außerdem haben Zuschauer:innen die Möglichkeit, auf der Facebook-Seite von SAT.1 ihre Fragen an die Gäste zu stellen und ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen. Auf www.sat1.de/coronahilfe finden Betroffene zudem Kontakte zu einer Vielzahl von Hilfsangeboten.

Im Anschluss: „Akte 2020“

Im Anschluss an den Talk besucht Claudia von Brauchitsch in „Akte 2020“ ab 21:30 Uhr Bewohnerinnen eines Frauenhauses, die im persönlichen Gespräch berichten, wie der Lockdown die Gewaltsituation in ihrem Zuhause noch weiter verschärfte. Außerdem Thema: der Lockdown-Alltag einer 16-köpfigen Großfamilie in Bielefeld zwischen Lagerkoller und Gewalt-Eskalation.


02. FEBRUAR 2021

„Ich hab das Gefühl, dass wir in zwei, drei Jahren zurückgucken auf diese Zeit, und dass wir denken, wir haben es falsch gemacht, dass dieser Lockdown das Falscheste ist, was wir hätten machen können. Zumindest über so einen langen Zeitraum“, sagt SAT.1-Moderatorin Marlene Lufen in einem Video auf Instagram, das seit Sonntag online ist und bereits über sechs Millionen Mal (Stand: 02.02.2021) aufgerufen wurde. 

Die 50-jährige Moderatorin, unter anderem bekannt aus dem SAT.1 Frühstücksfernsehen, vergleicht den Lockdown mit einer Medizin, dessen Nebenwirkungen fataler sind, als die Wirkung selbst und geht dabei auf Kinder ein, die bei suchtkranken Eltern leben, auf depressive Menschen, auf Opfer häuslicher Gewalt, auf Magersüchtige und viele mehr. „Menschen, die auch zu uns gehören“, wie die Journalistin im Video sagt. Dabei nennt sie auch konkrete Fakten, die sie nach eigenen Angaben selbst recherchiert hat.

Das emotionale Video, das knapp 14 Minuten dauert, endet mit den Worten „Jedes Mal, wenn in den Nachrichten einer sagt, „wir müssen nochmal die Zähne zusammenbeißen, dann ist es auch durchgestanden mit der Pandemie“, hat irgendein Kind zu Hause die Faust im Gesicht, wird irgendeine Frau geschlagen, überlegt ein Jugendlicher in psychischer Not, ob er sich von der Brücke stürzt.“

Viele Promis, auch aus Norddeutschland, bedanken sich in den Kommentaren für dieses Video und geben Marlene Lufen Zuspruch, darunter Bettina Zimmermann, Sylvie Meis, Pietro Lombardi, Katja Burkard, Detlef Soost und viele andere.

Hier sehen Sie das Video von Marlene Lufen auf Instagram/IGTV:

 

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