„Mama, was ist Corona?“: So nehmen Eltern ihren Kindern die Angst vor dem Virus

Wie erklärt man seinen Kindern das Virus, ohne Panik zu verbreiten? Wir haben eine Kinderpsychotherapeutin gefragt. Symbolfoto: Pixabay

„Mama, was ist Corona? Warum darf ich nicht in die Kita?“ – In der Corona-Krise ist es nicht leicht, die richtigen Worte zu finden. Irgendetwas ist anders im Moment. Nur was? Auch für Kinder verändert sich gerade der Alltag, aber wie sollen die Eltern ihren Kindern einfach und verständlich die aktuelle Lage erklären? Wir wagen einen Erklärungsversuch.

Kinder haben feine Antennen

Die Schulen und Kitas sind geschlossen, die Spielplätze sind zu. In Zeiten von Corona bleibt den Sprösslingen kaum noch Platz, um sich auszutoben. Egal ob die Eltern, Lehrer oder Freunde – alle reden momentan über das Coronavirus. Das bekommen natürlich auch die Kleinsten mit. Sie spüren, dass in Zeiten von Corona vieles anders ist. Deswegen ist es umso wichtiger, den Kindern nicht die Hände vor den Augen zuzuhalten, sondern sie mit in den Alltag zu integrieren. Für Kinder ist es sehr wichtig, dass Erwachsene die Ängste und Sorgen ernst nehmen und auf ihre Fragen altersgemäß eingehen.

Die richtigen Worte finden

Die richtigen Worte zu finden, ist für die meisten Eltern die größte Herausforderung. Wie erkläre ich meinem Kind, was das Coronavirus eigentlich ist? Wir haben mit der Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Dörte Peters darüber gesprochen, welche Botschaften Eltern jetzt an ihre Kinder vermitteln sollten. Außerdem erklärt die Expertin aus Hamburg, wie wichtig es jetzt ist, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Wichtig bei der Erklärung sei vor allem „Informationen zu geben, ohne emotional zu werden“. Oft werden die Ängste der Eltern auch auf die Kleinsten übertragen: „Umso weniger die Eltern ihre eigenen Ängste zeigen, umso besser werden die Kinder damit umgehen.“

Soziale Medien als Informationsquelle

Laut dem Institut für Medienpädagogik (JFF) suchen sich Kinder vermehrt ihre Antworten über die sozialen Medien zusammen. Gerade auf Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram finden sich neben Informationen auch Videos mit falschen und angsteinflößenden Informationen. Diese Gerüchte können Kinder stark verunsichern. Daher ist es sehr wichtig, dass das Thema in der Familie besprochen wird. Hierbei hilft ein kritischer und verantwortungsbewusster Umgang mit Informationen. Um sicher zu sein, dass die Kinder sich nicht in den Weiten des Internets verlaufen, können die Eltern einfach mit ihnen gemeinsam die Möglichkeiten durchstöbern. Einige dieser Angebote haben wir für Sie zusammengestellt:

Mit diesem Video hat die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) versucht zu erklären, wie Kinder mit den Veränderungen im Alltag umgehen können. Das leicht verständliche Video eignet sich besonders für Kinder von sechs bis 12 Jahren.

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Hygiene bleibt das A und O

Da viele Menschen – und auch Kinder – Angst haben, selbst an Covid-19 zu erkranken, liegt es auf der Hand, mit ihnen vor allem über die richtige Vorbeugung zu sprechen. Vermitteln Sie ihnen, dass etwa das Husten und Niesen in die Armbeuge und regelmäßiges Händewaschen momentan besonders wichtig sind. Auch die Online-Community versucht neue Ideen zu entwickeln und wird kreativ. Ob Instagram, Youtube oder Facebook: Immer mehr Eltern vernetzen sich und sprudeln nur so vor neuen Inspirationen.

So wurde zum Beispiel das „Anti-Viren-Glitzer-Experiment“ zum viralen Hit, um die Hygienemaßnahmen verständlich zu zeigen. Mit bunten Glitzerpartikeln wird so spielerisch veranschaulicht, wie die Viren an den Händen haften und wie wichtig das ausgiebige Händewaschen ist.

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Kinderleicht erklärt

Auch mit klassischen Büchern und Bildgeschichten lässt sich das komplexe Verhalten in Zeiten von Corona bestens veranschaulichen. Die kleine Geschichte Deswegen bleiben wir zu Hause erklärt einfach und verständlich, was das Coronavirus ist und wieso wir gerade lieber auf persönliche Treffen verzichten sollten. Die Illustratorin Lea Hillerzeder und Texterin Agi Malach wollen mit ihrer Erzählung die aktuellen Umstände erklären. Kindgerecht und mit großer Liebe zum Detail entstand so eine zusammenhängende Geschichte für die ganze Familie.

 

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Wie kann ich Kindern Corona und die damit zusammenhängenden Maßnahmen erklären? Kinder gehen nicht mehr in die Kita. Freizeitaktivitäten / Spielgruppen werden abgesagt. Ältere Verwandte oder chronisch kranke Freund*innen werden nicht mehr besucht. Die Regale in den Supermärkten sind leer. Manche Erwachsene arbeiten zuhause. Im Radio, bei Telefonaten und bei Gesprächen zwischen Erwachsenen hört man immer wieder das Wort Corona. Kinder haben ganz feine Antennen, sie beobachten und hören uns zu. Sie merken, dass sich etwas verändert. Damit Kinder die Veränderungen des Alltags verstehen können, müssen wir mit ihnen sprechen und sie aufklären, ohne sie mit den Informationen zu überfordern. Wir können kindgerecht erklären, was sich gerade verändert und warum. Wieso ist der Kindergarten geschlossen? Wie macht sich das Virus bemerkbar? Was kann man tun, um die Ansteckung zu minimieren etc. Dabei muss jede Familie für sich entscheiden, wieviel Informationen zu viel oder zu wenig sind. Deshalb von uns nur ein kleiner Vorschlag / Anregung hierzu. Wenn ihr noch Ergänzungen habt, dann gerne ab in die Kommentare damit. Wir freuen uns auf den Austausch. Illustration: @slingaillustration Text: @vulvinchen #Corona #CoronaVirus #CoronaVirusDE #Community #SocialDistancing #FlattenTheCurve #CoronaFerien #Schulschliessung #Kitaschliessung #SpielenStattPanik #LauneStattLagerkoller #slingaillustration #vulvinchen #staythefuckhome

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Die Grafikdesignerin Jennifer Bahro hat ebenfalls eine eigene Bildergeschichte entwickelt. Mit „Hallo, ich heiße K’orona!“ wollte sie selbst ihrem sechsjährigen Sohn die Angst vor dem unsichtbaren Virus nehmen. In der Geschichte erfahren die Kinder beispielsweise, wie sie sich vor dem Virus schützen können. Der liebevoll gestaltete Bildband kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

In der Geschichte wird auf verdeutlicht, dass das Coronavirus sich schnell weitervermehrt. Foto: Screenshot “Hallo, ich heiße K’orona!“

Selbst zeichnen und verstehen

Die Comicgruppe Hamburg versucht sich derweil im Mitmach-Prinzip. Denn wie lernen Kinder am effektivsten? Wenn sie selbst Teil des Lernprozesses werden. Die Hamburger Künstler lechzen daher nach den Comics Ihrer Kinder. Egal, ob sie schon regelmäßig mitzeichnen oder nicht, wie wäre es mit einer Bildergeschichte zu den Themen, die sie gerade beschäftigen?

 

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Ganz hilfreich könnte auch ein Ausmalbild sein, das die Seite Infektionsschutz.de kostenlos zur Verfügung stellt. Damit können Sie den Kindern spielerisch Wissen zum richtigen Verhalten beim Husten und Niesen sowie beim Händewaschen vermitteln.

Die wichtigste Botschaft aber lautet: Kinder müssen sich keine Sorgen machen. Sie gehören zu der am wenigsten gefährdeten Gruppe. Anfälliger sind vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen oder medizinisches Personal. Und selbst wenn es passieren sollte: Erklären Sie Ihrem Kind, dass die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit in den meisten Fällen ähnlich verläuft, wie eine normale Erkältung.

 

Marit Langschwager

 

„Darf ich noch Fernsehen?“: Kinder und Medienkonsum in Zeiten der Corona-Krise

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