Lucke-Vorlesung an der Uni Hamburg erneut von Polizei-Hundertschaft bewacht

Bernd Lucke traf an der Uni Hamburg in den vergangenen Wochen auf zahlreiche wütende Studenten.
Foto: 17:30 SAT1 REGIONAL

Der AfD-Mitgründer und Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke hat seine Vorlesung an der Universität Hamburg am Mittwoch fast störungsfrei halten können. Seine ersten beiden Vorlesungen waren abgebrochen worden, die dritte in der vergangenen Woche konnte er halten. Eine Studentin kritisierte mit Fragen und Zwischenrufen Luckes Thesen in der Volkswirtschaft und wurde durch einen privaten Sicherheitsdienst aus dem Hörsaal geleitet, nachdem andere Studenten sich hierdurch gestört fühlten, berichteten Kommilitonen.

Diverse Maßnahmen der Uni Hamburg

Die Universität Hamburg hatte zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Durchführung der Veranstaltung zu gewährleisten: Eine Polizei-Hundertschaft bewachte die Veranstaltung, es gab Einlasskontrollen, das Gelände um den Physik-Hörsaal war abgesperrt, und Zivilstreifen hielten sich zudem in anderen Gebäudeteilen auf.

Am Rande der Vorlesung protestierten einige Studenten gegen die Veranstaltung. „Wir sind nicht gegen Lucke als Person, sondern gegen das Modell der neoliberalen Volkswirtschaft und die menschenverachtende Bewertung von Menschen nach Leistungen die er vertritt“, sagte Ruben Hittmeyer, einer der Demonstranten.

Lucke war in diesem Semester zurück an seinen Lehrstuhl für Volkswirtschaft an der Uni Hamburg gekehrt, nachdem er nicht erneut in das Europäische Parlament eingezogen war. Die Störungen seiner zwei ersten Vorlesungen im Oktober hatten eine bundesweite Debatte über Meinungsfreiheit in Deutschland ausgelöst.

Zur Veranstaltung am Mittwoch kamen zwischen 100 und 150 Studenten. Etwa 200 Studenten sind in dem Modul angemeldet. Die Uni bietet am Donnerstag die gleiche Veranstaltung mit einer anderen Dozentin an.

 

dpa/lno

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