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Sterben die Menschen an oder mit Corona? Diese Frage wird bereits seit Beginn der Pandemie diskutiert. Das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat im Auftrag der Hamburger Sozialbehörde eine Evaluation von 735 SARS-CoV-2 assoziierten Todesfällen aus dem Jahr 2020 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag vorgestellt. Wir haben mit Prof. Dr. Benjamin Ondruschka, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin des UKE, über die Auswertung gesprochen.

Rund zwei Drittel der Untersuchten sind während der zweiten Pandemie-Welle ab Oktober verstorben, die meisten im Dezember. Bei 618 von 735 Fällen stellten die UKE-Forschenden eine COVID-19-Erkrankung als Todesursache fest, konkret starben die meisten Infizierten an einer Pneumonie oder an den Folgen einer Thrombose. In sieben Prozent der Fälle waren die Verstorbenen zwar mit dem SARS-CoV-2-Erreger infiziert, die Infektion war aber nicht todesursächlich.

Weitere Ergebnisse der Auswertung

Die UKE-Wissenschaftler:innen fanden zudem folgendes über Hamburger COVID-19-Verstorbene heraus:

  • Verstorbene sind am häufigsten im Krankenhaus gestorben
  • Verstorbene hatten regelmäßig mehrere Vorerkrankungen
  • 20 Prozent der Verstorbenen wiesen ein krankhaftes Übergewicht auf
  • Im Schnitt waren die COVID-19-Verstorbenen 83 Jahre alt und 75 Prozent aller Todesopfer waren älter als 76 Jahre
  • Die verstorbenen Männer waren statistisch etwas jünger als die Frauen und es verstarben mehr Männer als Frauen
  • Kinder oder Jugendliche waren nicht unter den untersuchten Todesfällen
  • Sieben Personen verstarben infolge der Infektion vor Erreichen des 50. Lebensjahres
  • Zu den häufigsten Vorerkrankungen zählen laut der Auswertung Bluthochdruck, eine chronische Niereninsuffizienz oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Über die Hamburger Bezirke verteilt ergaben sich für die COVID-19-Sterbefälle keine signifikanten Unterschiede in der Alters- oder Geschlechterverteilung
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