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Seit etlichen Wochen müssen die meisten Schüler:innen ihren Unterrichtsstoff coronabedingt zu Hause stemmen. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat nach den neuen Bund-Länder-Beschlüssen zur Corona-Krise einen Zehn-Punkte-Plan zum weiteren Vorgehen in Schulen und Kitas vorgestellt.

„Wir wollen Kinder und Jugendliche auch stärken. Es kommt vor allem auch auf die soziale Arbeit an“, betont Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zu Beginn der Konferenz. Bund und Länder sollten sich daher schnell zusammensetzen und darüber beraten, wie Folgen des Lockdowns abgefangen werden könnten. Unter anderem zählen auch zusätzliche Lernangebote dazu.

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Die Herausforderungen für Lehrer:innen, Schüler:innen und Eltern seien durch die aktuellen Corona-Maßnahmen hoch, sagt Tonne. Man lege mit der 10-Punkte-Agenda ein umfassendes Paket auf den Tisch. Alle Probleme könnten dadurch aber nicht gelöst werden.

Die 10-Punkte-Agenda sieht folgende Maßnahmen vor:

  1. Organisation: Im Februar sollen zunächst die aktuellen Maßnahmen im Kita- und Schulbereich weiter gelten: Das Distanzlernen im Szenario C für Dreiviertel der Schüler:innen läuft weiter. Die Grundschüler:innen, die Förderschulen GE sowie die Abschlussklassen machen weiterhin Wechselunterricht im Szenario B mit allen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen. Die Kitas seien weiterhin geschlossen bei bis zu 50 Prozent Notbetreuung. Wenn die Inzidenzwerte in der Folge weiter absinken, soll nach den Osterferien im April der inzidenzbasierte Stufenplan gelten.
  2. Infektionsschutz: Mit deutlich verschärften Inzidenzwerten im Stufenplan, erweiterten Möglichkeiten der Bereitstellung von FFP2- und/oder OP-Masken über das Schulbudget und über eine Verteilaktion aus dem Kompetenzzentrum des Landes sowie ergänzend die Richtlinie sächliche Schutzausstattung sowie eine konzertierte Aktion zur Entzerrung der
    Schulanfangszeiten sollen die Sicherheitsmaßnahmen zur Prävention vor Corona-Varianten weiter erhöht werden.
  3. Freiwilliges Testangebot für Schul- und Kitabeschäftigte: Bis zu den Osterferien können sich die über 100.000 Lehrkräfte und Schulleitungen sowie die pädagogischen
    Mitarbeiter:innen, aber auch die Kommunalen Beschäftigten wie Hausmeister oder Schulverwaltungskräfte, einmal pro Woche mit Antigen-Schnelltests auf SARS-CoV-2 bei niedergelassenen Ärzt:innen testen lassen. Das Land will für den Schulbereich die Kosten in voller Höhe übernehmen für das Landespersonal und die Hälfte für kommunal Beschäftigte.
    Auch die rund 80.000 Mitarbeiter:innen in Kindertageseinrichtungen und in der Tagespflege sollen die Möglichkeit erhalten, sich bis Ostern einmal in der Woche per Schnelltest abzusichern. Das Land übernehme die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte übernehme der jeweilige örtliche Träger der Einrichtung. Ab Montag könne die Testung wahrgenommen werden. Das Angebot richte sich auch an Tagesmütter.
  4. Digitalisierung: Im Jahr 2021 sollen alle Lehrkräfte mit dienstlichen mobilen Endgeräten und E-Mail-Adressen ausgestattet werden. Der „Fortbildungspakt Digital 2021“ sehe vor, dass im Jahr 2021 jede Lehrkraft in Niedersachsen mindestens eine Fortbildung zum Lernen mit digitalen Medien absolviert; das Land sieht entsprechende Angebote vor.
  5. Homeschooling: Zu Beginn eines jeden Schultages solle fest vereinbart ein möglichst digitales Treffen stehen, zum Beispiel per Videokonferenz. Der entsprechende Erlass „Regelungen zur Organisation der Schuljahrgänge 1 bis 10 der allgemein bildenden Schulen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“ regelt zudem die Themen Leistungsbewertung und Erreichbarkeit der Schule.
  6. Versetzungen, Prüfungen und Abschlüsse: Die Voraussetzungen seien geschaffen, die Prüfungen im Sekundarbereich I –Haupt-, Real-, Förderschulabschlüsse sowie die Nichtschülerprüfungen stattfinden zu lassen: Dezentral, mit einem großen Aufgabenpool, die mündliche Prüfung werde wie im letzten Jahr freiwillig abgelegt. Auch für das Abitur stehe ein klarer Rahmen, das Zentralabitur solle stattfinden, nur im Notfall als Option dezentral. Alle Prüfungsaufgaben wurden im Kultusministerium noch einmal auf ihre Situationsangemessenheit geprüft.
  7. Versäumter Lernstoff: Es sollen Schwerpunkte bei den Kernkompetenzen gesetzt werden. Das bedeute, dass die Schulen mehr Stunden für die Kernfächer einsetzen sollen. Alle Schulen soll zusätzlich die Möglichkeit erhalten, die Stundentafel in den Schuljahrgängen 5 bis 8 zu flexibilisieren. Dazu können je nach Entscheidung der Schule Stundenkontingente des einen Faches für ein anderes Fach genutzt werden. Die Kerncurricula werden deutlich gestrafft und mit klareren Vorgaben versehen, welche Lernziele erreicht werden sollen.
  8. Schüler:innen mit schwierigen Lernbedingungen unterstützen: Um Freiräume für die Förderung zu schaffen, soll die Stundentafel angepasst werden. Darüber hinaus unterstütze ein Corona-Beratungsteam der RLSB Schulen und Lehrkräfte konkret und vor Ort bei der Kompensation möglicher Lernrückstände.
  9. Kinder und Jugendliche stärken: Die Schulpsychologie soll jetzt auch für minderjährige Schüler:innen und für Eltern geöffnet werden. Die schulpsychologische Beratung informiert auch per Newsletter regelmäßig über aktuelle Themen an alle Schulen. Die innerschulische Beratung habe ihre Unterstützungsleistungen auf die Bedarfe von Schüler:innen, aber auch auf die Bedarfe von Eltern und Lehrkräften in den Szenarien B und C angepasst.
  10. Entlastung der Grundschulen: Allen rund 1.600 Grundschulen sollen ab sofort vier zusätzliche Anrechnungsstunden zur Verfügung gestellt werden. Das ist ein Stundenvolumen von umgerechnet rund 230 Vollzeitlehrereinheiten. Mit diesen Stunden könnten die Grundschulleitungen sich selbst und ihre Kollegien gezielt entlasten.

Hier erfahren Sie mehr zu den neuen Bund-Länder-Beschlüssen:

 

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