Letzte Umschlagbrücke im Emder Hafen gesprengt

Mit zwei Sprengungen kurz hintereinander ist die letzte verbliebene Umschlagbrücke am Südkai im Emder Hafen binnen weniger Sekunden zu Fall gebracht worden. Die zwei ferngesteuerten Zündungen ließen den mehr als 1.000 Tonnen schweren Stahlkoloss am späten Montagabend einknicken. „Die Sprengung verlief lehrbuchmäßig“, sagte anschließend der zuständige Projektleiter der Hafeninfrastrukturgesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts), Christian Best. Die Brücke fiel von der Wasserkante weg passgenau auf ein zwei Meter hoch aufgetürmtes Sandbett. 

Die Umschlagbrücke am Emder Südkai nach der Sprengung. Foto: Sina Schuldt/dpa

Für die Sprengung hatten die Behörden um die Hafenanlage einen Sicherheitsbereich abgesperrt. Trotz einsetzender Dämmerung verfolgten viele Schaulustige die Aktion von naheliegenden Ufern und Deichen. Ursprünglich war die Sprengung bereits für den frühen Abend geplant. Technische Vorarbeiten, die nötig waren um die Brücke für die Zündung zu schwächen, verzögerten sich, sodass die Sprengung erst mit mehreren Stunden Verspätung erfolgte. 

Mit der Sprengung ist nun ein Stück Emder Hafengeschichte verschwunden. Die Brücke wurde 1976 zum Verladen von Stückgut, vor allem Erz und Kohle, errichtet. Insgesamt waren nach NPorts-Angaben am Emder Nord- und Südkai seit 1926 elf Verladebrücken errichtet worden. Seit den 1990er Jahren wurden diese nach und nach stillgelegt und abgebaut. Die Verladebrücke 11 wurde 2019 außer Dienst gestellt, da ein Weiterbetrieb nicht mehr wirtschaftlich war.

Neugewonnen Fläche für Stückgut-Umschlag

Der Stahlschrott der Brücke soll nun recycelt werden. Die Abbrucharbeiten des Materials werden noch bis Anfang September dauern. Die neu gewonnene, rund 1.600 Quadratmeter große Hafenfläche soll künftig für den Umschlag und die Lagerung von Stückgut verwendet werden. Um Stückgut zu verladen, gibt es am Südkai seit 2013 einen modernen Hafenmobilkran. 

Der Emder Hafen ist gemessen an seiner Fläche der drittgrößte Nordseehafen Deutschlands. Als Basishafen für Volkswagen machen Autos einen großen Teil der Umschlaggüter aus. Daneben werden nach NPorts-Angaben aber auch Forstprodukte wie Holz und Papier, Flüssigkreide und Mineralstoffe umgeschlagen.

Mit dpa

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