Klimaneutrales Zementwerk in Lägerdorf soll 109 Millionen Euro EU-Fördermittel erhalten

Mit 109 Millionen Euro fördert die EU den Umbau des Zementwerks von Holcim in Lägerdorf (Kreis Steinburg) zu einer klimaneutralen Produktionsstätte. „Wir entwickeln unser Werk in Schleswig-Holstein zu einem Vorreiter der grünen Zementproduktion“, sagte der Deutschland-Chef von Holcim, Thorsten Hahn, der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen selbst investiert einen dreistelligen Millionenbetrag.

Blick auf den Drehrohrofen (r) der Ofenlinie 11 des Zementwerks von Holcim. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

Bei der Zementproduktion entsteht verhältnismäßig viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2). Der Industriesektor gilt als relativ schwierig zu dekarbonisieren. Holcim will in Lägerdorf den CO2-Ausstoß durch eine neue Ofentechnik jährlich um 1,2 Millionen Tonnen CO2 senken.

Am Donnerstag sollte die Förderurkunde in Brüssel an Holcim übergeben werden. Das Unternehmen will im Ofen künftig statt Umgebungsluft reinen Sauerstoff nutzen. Dieser soll aus Elektrolyse-Vorhaben anderer Unternehmen stammen, die Wasser mit Ökostrom zu Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten wollen.

Das wiederum bei der Zementproduktion entstehende reine CO2 will Holcim auffangen. Es soll anschließend zu Methanol verarbeitet oder als Grundstoff für die chemische Industrie aufbereitet werden, beispielsweise für die Produktion von Kunststoffen.

Werk soll bis 2029 in Betrieb gehen

„Durch innovative Technologie gelingt es uns erstmals, das CO2 nahezu vollständig abzuscheiden“, sagte der Leiter der Dekarbonisierung bei Holcim, Arne Stecher. Dadurch lasse es sich veredeln und nachhaltig als Rohstoff in der Industrie weiterverwenden.

Das Unternehmen will zwischen Ende 2023 und 2024 die Planunterlagen für den Bau des sogenannten Oxyfuel-Ofens einreichen. Eine Genehmigung wird bis Ende 2024 erwartet. Bis 2029 soll in Lägerdorf „das erste klimaneutrale Zementwerk der Welt in Betrieb gehen“.

Holcim beschäftigt im Werk Lägerdorf nach eigenen Angaben rund 270 Mitarbeitende. Zusammen mit dem Mahl- und Mischwerk (Bremen und Rostock) werden demnach pro Jahr knapp 1,5 Millionen Tonnen Zement produziert.

Mit dpa

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