Kind zu Tode geschüttelt: Vater in Osnabrück freigesprochen

In einem Prozess um den Tod eines erst wenige Wochen alten Säuglings hat das Landgericht Osnabrück am Montag den Vater des Kindes freigesprochen. Zwar sei die Kammer davon überzeugt gewesen, dass das Kind durch Schütteln gestorben sei. Jedoch habe nicht bewiesen werden können, dass der 25 Jahre alte Deutsche der Täter sei. „Die Mutter hätte auch die Täterin sein können“, sagte ein Gerichtssprecher. (Az: 6 Ks 7/18)

Das im Juli 2017 geborene Baby war im Oktober desselben Jahres gestorben. Die Staatsanwaltschaft hatte den Vater wegen Totschlags angeklagt. Ausführlich habe sich die Kammer in der Urteilsbegründung mit der Frage auseinandergesetzt, ob auch ein natürlicher Tod des Babys möglich gewesen sein konnte. Davon war die Verteidigung in ihrem Plädoyer ausgegangen und hatte sich auf einen Sachverständigen berufen. Eine natürliche Todesursache sei aber nach Überzeugung der Richter aufgrund der Verletzungen nicht plausibel, sagte der Gerichtssprecher. Diese ließen sich nur durch ein Schütteln erklären. Das Baby war an schweren Hirnschäden gestorben.

Welcher der beiden Elternteile die Schuld am Tod des Kindes tragen, sei nicht zu klären gewesen. Vater und Mutter hätten sich in der Tatnacht jeweils um das Kind gekümmert, sagte der Sprecher.

dpa

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