Corona an Schulen: Keine ganzen Klassen mehr in Quarantäne

Schüler und Schülerinnen einer 12. Klasse sitzen mit Mundschutz im Unterricht. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archiv

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz zu neuen Quarantäne-Richtlinien im Schulbereich begrüßt. „Es ist völlig richtig und angemessen, bei einem Infektionsfall in einer Klasse nur noch enge Kontaktpersonen, also die direkten Sitznachbarinnen und Sitznachbarn, in Quarantäne zu schicken“, sagte er am Montag. Auch die Möglichkeit, dass sich diese Kontaktpersonen nach fünf Tagen freitesten können, wenn sie keine Symptome haben, unterstütze er sehr.

Die neuen Quarantäne-Regeln seien ein wichtiger Beitrag zu möglichst viel Präsenzunterricht und Normalität in den Schulen. Niedersachsen habe sich sehr für diese Regelung eingesetzt, so Tonne.

Hamburger Sozialbehörde: „Freitesten“ ist eine Erleichtertung für Angehörige

Die Möglichkeit des „Freitestens“ begrüßt auch die Hamburger Sozialbehörde. „Diese Möglichkeit bringt eine Erleichterung für die Betroffenen und ihre Angehörigen“ heißt es in einem Statement der Behörde. „Bereits jetzt ist es in Hamburg so, dass sich die Gesundheitsämter jeden Einzelfall genau anschauen und nach Augenmaß darüber entscheiden, wo Quarantäne-Anordnungen erforderlich sind.“

Einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen

Die Gesundheitsminister:innen der Länder sprachen sich mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen aus. Grundsätzlich solle bei einem Infektionsfall nicht mehr für den gesamten Klassenverband Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte, dies solle als „Leitplanken“ an die Gesundheitsämter weitergegeben werden. Der Beschluss wurde laut Holetschek bei Enthaltung zweier Bundesländer angenommen.

Gesundheitsämter sollen im Einzelfall auch abweichend entscheiden können

Kinder, die enge Kontaktpersonen sind und keine Symptome haben, sollen die Quarantäne demnach frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Dabei sollen die Gesundheitsämter im Einzelfall auch abweichend entscheiden können. Quarantäne-Anordnungen sollen generell „mit Augenmaß“ und abhängig von Schutzkonzepten mit Lüftung, Tests und dem Tragen von medizinischen Masken erlassen werden.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, wenn es in einer Klasse einen Neuinfektionsfall gibt. Teilweise werden nur Sitznachbarinnen und Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen.

Mit dpa

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