K.o.-Tropfen: Zahl der Verdachtsfälle pro Jahr in Hamburg unverändert hoch

Die Gefahr für Frauen, mit K.o.-Tropfen wehrlos gemacht zu werden, ist in Hamburg offenbar unverändert groß. Das Institut für Rechtsmedizin untersuchte in den ersten neun Monaten des Jahres 66 Verdachtsfälle, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz mitteilte. Im vergangenen Jahr waren die Rechtsmediziner 71 Verdachtsfällen nachgegangen, 2017 waren 75 Fälle bearbeitet worden. Die Mehrzahl der Untersuchungen wurden von der Polizei veranlasst, einen deutlich kleineren Anteil hatten die Aufträge von privater Seite. Die Proben stammten in der weit überwiegenden Zahl von Frauen. Wie oft sich der Verdacht bei den Untersuchungen bestätigte, teilte der Senat nicht mit.

Symbolfoto eines Drinks von Pexels auf Pixabay.

Proben sollen künftig genauer geprüft werden

Künftig will das Institut die Proben noch genauer prüfen. Es sei aktuell eine neue Untersuchungsmethode etabliert worden. Das Verfahren LC-MS (Flüssigkeitschromatographie mit Massenspektrometrie-Koppelung) erlaubte die Analyse von 143 möglichen K.o.-Substanzen beziehungsweise von deren Abbauprodukten im Urin, hieß es weiter.

Vor allem Frauen sollten ihre Drinks in Clubs nie aus den Augen lassen

Gerade junge Frauen werden von Beratungsstellen davor gewarnt, in Clubs ihre Getränke unbeobachtet zu lassen. Im Februar hatte das Landgericht Hamburg einen 60-jährigen Ingenieur zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Frau, die sich bei ihm einen Job beworben hatte, K.o.-Tropfen in einen Orangensaft gemischt und sie vergewaltigt hatte. Auch im Fall der gefesselten und vergewaltigten Studentin, die im Oktober auf einem Feldweg bei Lübeck gefunden wurde, schloss die Polizei den Einsatz von K.o.-Tropfen zunächst nicht aus. Eine erste Untersuchung bestätigte den Verdacht aber nicht.

Flyer der Hamburger Beratungsstelle Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen

 

dpa/lno

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