HSV mit Sieg in Wolfsburg nah am Wunder

Hamburgs Trainer Christian Titz jubelt nach dem Sieg. Foto: Peter Steffen

Aus dem Glauben an das Wunder Klassenverbleib wird beim Hamburger SV allmählich Überzeugung. Mit dem 3:1 (2:0) beim VfL Wolfsburg gelang den Hanseaten am Samstag im x-ten Finale im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ein weiterer überlebenswichtiger Sieg. Mit Freudentänzen feierten die Spieler um Torschütze Lewis Holtby den ersten Sieg in der Fremde seit dem 3:1 beim 1. FC Köln am 25. August. „Meiner Mannschaft möchte ich ein Kompliment aussprechen, denn es war ein sehr schweres Spiel“, sagte Trainer Christian Titz.

Durch den dritten Sieg aus den letzten vier Spielen verkürzte der Tabellenvorletzte den Rückstand auf Mainz 05 und die Wolfsburgern (je 30 Punkte) auf zwei Punkte vor seinen letzten beiden Saisonspielen bei Eintracht Frankfurt und gegen Borussia Mönchengladbach. Die Mainzer, die auf dem Relegationsrang liegen, können sich am Sonntag mit einem Sieg gegen RB Leipzig allerdings noch absetzen. „Wir müssen als Mannschaft so weiter machen. Ich bin mir sicher, dass wir dann in der 1. Liga bleiben“, sagte HSV-Kapitän Gotuko Sakai. Doch weiß auch er: „Wir haben noch nichts erreicht.“

Bobby Wood, der mit seinem Foulelfmeter (43.) für Führung sorgte und erstmals nach 246 Tagen wieder traf, und Luca Waldschmidt mit einem Nachschuss nach einem verschossenen Strafstoß von Filip Kostic (90.+3) hatten neben dem starken Holtby (45.) die Tore erzielt. Waldschmidt hatte am letzten Spieltag der vergangenen Saison mit seinem Siegtreffer gegen Wolfsburg zum 2:1 die Hamburger gerettet. Der Sieg gelang den Hanseaten diesmal gegen einen total verunsicherten Gegner, der sich noch einen Tag zuvor von Sportchef Olaf Rebbe getrennt hatte. Der Mannschaft von VfL-Trainer Bruno Labbadia, der einst den HSV vor dem Abstieg gerettet hatte, waren die Gäste in allen Belangen überlegen.

„Wir haben Spaß am Fußball. Wir glauben weiter dran“, sagte Holtby, der in den vergangenen fünf Spielen vier Tore erzielte. Schon vor dem Spiel hatte er die eigenen Fans gepusht – nach dem Spiel hüpfte er ausgelassen in der Kurve und lobte die Anhänger: „Das war ein Heimspiel!“ Die Fans scheinen vom Happy End im Abstiegskampf überzeugt. „Niemals 2. Liga“, sangen sie.

dpa

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