HSV gewinnt an Stabilität: Fan-Unfall überschattet Sieg in Aue

Hamburger Fans zünden Pyrotechnik in den Farben ihres Vereins. Foto: Robert Michael

Der Hamburger SV geht als Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga in die Länderspiel-Pause. In Aue beweist der HSV, dass er unter Trainer Hannes Wolf an Stabilität gewonnen hat. Doch der Unfall eines Fans lässt die positive sportliche Erkenntnis in den Hintergrund rücken.

Es hätte ein perfekter Nachmittag für den Hamburger SV sein können. Doch der Unfall eines Fans trübte das 3:1 der Hanseaten am Samstag beim FC Erzgebirge Aue. „Es ist schwierig, den Blick auf das Spiel zu richten. Die Genesungswünsche und die Hoffnung, dass es nicht dramatisch ausgeht, stehen im Vordergrund“, sagte HSV-Trainer Hannes Wolf.

Der Anhänger des Fußball-Zweitligisten war kurz vor dem Abpfiff der Partie vom Zaun des Gästeblocks etwa fünf Meter in die Tiefe gestürzt. Dabei war er zuerst mit dem Kopf auf dem Betonboden im Stadioninnenraum aufgekommen. Der Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Der Zustand war nach Angaben des Clubs vom Sonntag stabil.

Der Unfall rückte die vielen positiven sportlichen Aspekte für die Hamburger nach hinten. Nach dem 1:0 im Gipfel-Treffen gegen den Mitabsteiger 1. FC Köln am vergangenen Montag hatten die Hanseaten in Aue gezeigt, dass sie Zweitliga-Alltag können. „Wir haben heute in größten Teilen sehr erwachsen gespielt und das schwere Spiel hier angenommen“, stellte Mittelfeldspieler Lewis Holtby fest.

Durch den Erfolg verteidigten die Hamburger vor der Länderspiel-Pause ihre Tabellenführung, die sie erst durch den Sieg gegen die Kölner am Montag erobert hatten. Knapp drei Wochen nach seinem Dienstantritt konnte Wolf eine erste positive Zwischenbilanz ziehen. Der 37-Jährige baute gegen Aue seinen Club-eigenen Startrekord aus: vier Siege in den ersten vier Pflichtspielen.

Er sei „hundertprozentig“ zufrieden, sagte der Nachfolger von Christian Titz: „Das waren vier schöne Spiele.“ Das heiße aber nicht, „dass wir uns jetzt zurücklehnen und tagelang feiern“, mahnte er. „Wir brauchen Punkte. Wir können nicht über den Mai reden, über dieses Ziel und den letzten Schritt.“

Seine Mannschaft hat dies dem Anschein nach mittlerweile verinnerlicht. Die Hamburger sind gereift und spielen sich in ihre Favoritenrolle hinein. Auch der zwischenzeitliche Ausgleich nach der Führung durch Pierre-Michel Lasoggas (21.) sechstes Saisontor hatte sie in Aue nicht ins Wanken gebracht. „Wir sind cool geblieben“, meinte Khaled Narey.

Er hatte noch kurz vor der Pause durch eine Slapstick-Einlage anderthalb Meter vor dem Tor die erneute Führung vergeben, machte es dann in der 63. Minute aber besser. „Durch das Tor kann man die Szene besser vergessen“, meinte er.

Kurz nach seinem Führungstreffer machte der eingewechselte Bakery Jatta (68.) mit seinem ersten Profi-Tor alles klar. „Ich habe gesehen, dass der Torhüter nicht richtig steht, dann habe ich es einfach versucht, und der Ball ist reingegangen“, beschrieb der 20-Jährige die Szene. „Ich habe nur gedacht: Oooohhh.“

dpa

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