Herzrasen und Todesangst: Kieler Polizei warnt vor versetzten Cannabisprodukten

Das synthetische Produkt ist vom herkömmlichen Cannabisprodukt äußerlich nicht zu unterscheiden. Foto: Pixabay/Symbolbild

Die Kieler Kriminalpolizei warnt vor Cannabisprodukten, die mit sogenannten Neuen Psychoaktiven Substanzen versetzt sind. Durch diese drohen Konsumierenden schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Bislang sind den Beamt:innen drei solcher Fälle aus Kiel-Gaarden bekannt –  die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.

Todesangst und Zusammenbruch

In einem Fall berichtete ein Konsument über erhebliche gesundheitliche Probleme nach dem Konsum von Cannabis. Er gab an, dass er es nach dem Konsum gerade noch in seine Wohnung geschafft habe. Nach dem Öffnen der Wohnungstür sei er sofort zusammengebrochen und habe eine unbekannte Zeit auf dem Boden gelegen. Er habe das Gefühl gehabt, dass sein Herz stehen bliebe. Er gab an, dass er um Hilfe rufen wollte, dazu aber nicht in der Lage gewesen sei. Seinen Angaben zufolge war er wie stumm und habe seine Zunge nicht mehr unter Kontrolle gehabt. Er berichtete den Ermittler:innen von Todesängsten.

Eine kriminaltechnische Untersuchung hat ergeben, dass das konsumierte Cannabis aus dem geschilderten Fall mit „Neuen Psychoaktiven Substanzen“ (NPS) versetzt war. Durch das Ein- oder Aufbringen dieser Substanzen – in diesem Fall synthetische Cannabinoide – werden die schwach oder gar nicht psychoaktiv wirksamen Cannabisprodukte zu hochpotenten Stoffgemischen.

Konsumierende gehen von herkömmlichem Cannabis aus

Die Gefährlichkeit dieser Zubereitungen liegt insbesondere in dem unkalkulierbaren Ausmaß der Gesundheitsgefährdung. Neben der Unkenntnis der konkret zugesetzten Stoffe besteht insbesondere die Gefahr der Überdosierung. Die Konsumierenden gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesen Fällen davon aus, dass sie herkömmliches Cannabis konsumieren und nicht hochpotente, chemische Stoffe.

Wirkung, Toxizität, Abhängigkeitspotenzial, Wechselwirkungen mit Medikamenten und anderen Drogen, insbesondere Alkohol, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen dieser Stoffe sind den Konsumenten oftmals gänzlich unbekannt.

Synthetisches Produkt äußerlich nicht zu erkennen

Ob es sich bei dem erworbenen Produkt um ein herkömmliches Betäubungsmittel (z. B. Marihuana mit gewohntem THC-Gehalt) oder ein sehr viel potenteres, synthetisches NPS-Produkt handelt, ist äußerlich nicht zu erkennen. Der Unterschied wird erst beim Konsum bemerkt, was gravierende Folgen haben kann. Die Auswirkungen und Symptome bei der Einnahme von NPS sind vielfältig. Herzrasen, unregelmäßiges Schlagen des Herzens, Erbrechen, Übelkeit, Orientierungsverlust, kurz andauernde Ohnmachtsanfälle, Lähmungserscheinungen, Wahnvorstellungen, Kreislaufversagen bis hin zur Bewusstlosigkeit, Versagen sämtlicher Vitalfunktionen und Tod können die Folge sein.

Sollten beim Konsum derartige Wirkungen auftreten, sollte unverzüglich ärztliche Hilfe gerufen werden.

Hinweise auf die Betäubungsmittelart, den Verkauf oder die Herkunft dieser Substanzen oder bereits aufgetretener Nebenwirkungen nimmt die Kriminalpolizei unter 0431 / 160 3333 entgegen.

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