Hamburger Zukunftsforscher warnt: Menschen werden einsamer und aggressiver

Horst Opaschowski, Zukunftsforscher, steht in seinem Haus. Foto: Daniel Bockwoldt/Archivbild

Einsamkeit, Bindungslosigkeit und Aggressivität werden nach Ansicht des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski das Leben der Menschen in Deutschland künftig stärker prägen. Trotz der Vernetzung durch Medien breite sich die Einsamkeit wie eine Epidemie aus. „Kommunikationsdichte und Kontaktlosigkeit sind (…) keine Gegensätze mehr“, schreibt Opaschowski in seinem neuen Buch „Wissen, was wird“. „Fremde Welten rücken mit Hilfe von Massenmedien und modernen Kommunikationsmitteln ganz nah, während gleichzeitig der Nachbar wie der Bewohner einer fremden Welt immer ferner rückt.“

Von der Kontaktarmut seien besonders ältere Menschen betroffen, so Opaschowski. Die Politik müsse reagieren. Großbritanniens Regierung habe das Thema bereits als Aufgabe einem Ministerium zugeordnet.

Die junge Generation wolle sich nicht mehr binden, weder in Beziehungen noch durch ein soziales Engagement, stellt Opaschowski fest. In Umfragen gäben Jugendliche an, sie hätten keine Zeit.

Als Ursache dafür sieht der Forscher die neuen Medien. Diese seien schuld an einer „Sinnesüberreizung“. Gereiztheit, Aggressivität und Gewalt würden zur Normalität. Der Überreizung durch Medien müsse Einhalt geboten werden. Opaschowski plädierte für eine freiwillige „digitale Diät“ und ein Einschreiten der Politik.

dpa

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