Hamburger Stutthof-Prozess wird trotz Corona-Krise fortgesetzt

Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht hinter einem Aktendeckel,. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild

Um den Prozess gegen einen früheren Wachmann im KZ Stutthof nicht platzen zu lassen, muss das Hamburger Landgericht am Freitag (11.00 Uhr) trotz Corona-Krise weiter verhandeln. Zum Schutz des 93 Jahre alten Angeklagten sei jedoch nur eine etwa zehnminütige Verhandlung mit den unverzichtbaren Teilnehmern angesetzt worden, teilte ein Gerichtssprecher mit. Medienvertreter und Prozessbeobachter sind ausnahmsweise nicht zugelassen. Die eigentlich geplante weitere Befragung des Historikers Stefan Hördler soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Dem Angeklagten wird Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vorgeworfen. Durch seinen Wachdienst in dem Lager bei Danzig von August 1944 bis April 1945 soll er „die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt“ haben. Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Gefangenen zu verhindern.

Ein Strafprozess darf im Normalfall höchstens drei Wochen unterbrochen werden. Sonst muss er von vorne beginnen. Es haben bereits 21 Verhandlungstage stattgefunden, an denen mehrere hochbetagte Zeugen aus Polen, Israel, den USA, Norwegen, Australien und Frankreich gehört wurden. Der Prozess findet vor einer Jugendkammer statt, weil der Beschuldigte zur Tatzeit erst 17 bis 18 Jahre alt war.

 

Mit dpa

Prozess gegen SS-Wachmann: Überlebender des KZ Stutthof sagt aus

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