Hamburger Landgericht: Beweisaufnahme im Fall des ermordeten Brasilianers gestartet

Im Prozess um den Mord an einem jungen Brasilianer startet heute vor dem Hamburger Landgericht die Beweisaufnahme. In seiner Wohnung soll ein 46-Jähriger den 28-Jährigen nach dem Besuch einer Geburtstagsparty im September 2019 unter Drogen gesetzt haben. Anschließend versuchte er nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft, seinen Gast zum Sex zu zwingen. Doch beim Übergriff im Schlafzimmer habe sich der Mann noch wehren können und geschrien. Aus Furcht vor Entdeckung habe der Angeklagte mit Gewalt reagiert.

Tod durch Drogen-Überdosis oder körperliche Gewalt

Der Brasilianer starb laut Anklage kurze Zeit später – entweder an der Drogen-Überdosis oder der körperlichen Gewalt. Mehrere Menschen meldeten den Mann Ende September als vermisst. Doch erst vier Monate später fanden die Ermittler die stark verweste Leiche in der Wohnung des Angeklagten. Sie lag im Gästezimmer unter einer Matratze, war mit Sand bedeckt und mit Säcken umhüllt.

Angeklagter muss sich für weiteren Fall verantworten

Der 46-Jährige, der die italienische und die französische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte die Tat bei früheren Vernehmungen bestritten. Zu Prozessbeginn machte er erst einmal keine Angaben.

Der Angeklagte muss sich in dem Prozess noch wegen eines weiteren Falls verantworten. In der Nacht zum 14. Juli 2018 soll er bei einer Open-Air-Party einem anderen Mann ein Getränk mit K.o.-Tropfen gegeben haben, den Bewusstlosen vergewaltigt und davon Fotos und Videos gemacht haben. Später habe er versucht, sein Opfer zu erpressen.

> Mitteilung der Polizei vom Januar 2020

Mit dpa

Copy LinkCopy LinkShare on MessengerShare on Messenger
Zur Startseite