Hallo Herbst: Die sechs schönsten Wanderwege und Touren im Norden

Wanderwege. Foto: Günter Havlena_pixelio.de

Hallo Herbst, der bunte Blätterwald ruft! Aber nicht nur der, auch an der Küste kann man sich von einer steifen Brise mal den Kopf frei pusten lassen. Der goldene Herbst ist prädestiniert für schöne Wandertouren. Einfach mal losmarschieren und die Gedanken frei werden lassen oder vielleicht unterwegs mal wieder intensive Gespräche mit Lieblingsmenschen führen – und ansonsten nur noch für ausgewählte Kontakte erreichbar sein. Auch immer mehr junge Menschen begeistert sich laut der Tourismusbranche immer mehr für diese aktive Art der Erholung. Dabei muss es nicht gleich ein ganzer Wanderurlaub sein oder eine lange Fahrt in die Berge. Auch bei uns im Norden gibt es herrliche Wandertouren zu entdecken, für die man teilweise nichtmal ins Auto steigen muss. Hier kommt unsere persönliche Top 10 – wobei die von uns erstellten Google-Karten nur eine grobe Richtung vorgeben, am besten laden Sie sich für Ihre Wanderung das verlinkte Kartenmaterial von den Profis aufs Smartphone.

1. Der Travemünder Küstenschwärmer an der Ostsee

Während die Lübecker Bucht bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel ist, kann man am Brodtener Steilufer direkt nebenan noch nahezu ungestört kilometerweit am Kliff spazieren und weit über die Ostsee schauen. Unterwegs gibt es immer mal wieder Treppen hinunter zum Strand für diejenigen, die einen Moment im Strandkorb verschnaufen wollen. Der malerische Weg für Wanderer und Radler führt vom Strand Travemünde nach Niendorf und ist etwa 7,5 Kilometer lang. Hin und zurück ist man in gemütlichem Tempo etwa zweieinhalb Stunden unterwegs und kann unterwegs auf der Hermannshöhe einkehren und sich stärken oder auf eine der vielen Bänke direkt an der Steilküste Platz nehmen. Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, mit der Buslinie 40 nach Travemünde zurückfahren. Detaillierte Infos zum Wanderweg bietet die Travemünder Touristik. Wer weiter  wandern möchte, kann auch noch bis zu den beliebten Badeorten Timmendorfer Strand (etwa zehn Kilometer), Scharbeutz, Sierksdorf oder gar Grömitz marschieren.

Dieses Wanderziel ist prima mit dem Zug erreichbar: einfach bis zur Haltestelle „Travemünde Strand“ fahren und unten an der Strandpromenade angekommen, in Höhe der Badestelle Mövenstein links am Parkplatz nach rechts in die Straße Helldahl abbiegen. Hier geht es immer weiter auf dem Wanderweg über das Brodtener Steilufer Richtung Niendorf. Die Tour eignet sich auch für unerfahrene Wanderer hervorragend.

2. Der Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide

Die große Heideblüte ist zwar gerade vorbei, aber auch die kahlen wilden Sträucher und die goldene Herbstsonne haben ihren Reiz. Zudem wird es gerade wieder etwas leerer in der Lüneburger Heide. Immerhin gehört der Heidschnuckenweg zu den beliebtesten Wanderzielen in Deutschland. Er verläuft größtenteils durch die flache weiche Heidelandschaft: Auf insgesamt 223 flachen Kilometern können Sie theoretisch von Hamburg-Fischbek bis nach Celle wandern. Es muss ja auch nicht an einem Tag sein: Der Heidschnuckenweg ist in 13 kleinere Etappen unterteilt. Mehr Infos zur Routenplanung sowie die verschiedenen Etappen finden Sie unter www.heidschnuckenweg.de.

Als größte zusammenhängende Heidefläche in Europa ist die Lüneburger Heide definitiv ein echtes Idyll und lockt viele Naturfreunde an, die sich in der Weite der Landschaft aber wunderbar verlieren können statt sich in die Quere zu kommen. Der Weg ist übrigens nach den Weidetieren benannt, die dort zuhause sind: Die Heidschnucken, eine wilde Schafsrasse. Die Heidschnucken sind nicht nur niedlich anzuschauen, sondern fungieren auch als natürliche Landschaftspfleger, weil sie die Heide kurz halten und so aufgrund der wertvollen Nährstoffe im Boden vielen inzwischen seltenen Tieren und Pflanzen eine Heimat bieten – auch Bienen sind hier glücklicherweise noch zuhause. Der Name Schnucke kommt übrigens von „Schnökern“, was so viel wie „Naschen“ bedeutet. Die hübschen Dörfer Wilsede oder Undeloh sind sehr einladend für Hungrige und das Heidetal Radenbachtal sowie der Wilseder Berg als höchste Erhebung in der Norddeutschen Tiefebene bieten eine entzückende Aussicht. Im „Heide-Erlebnis-Zentrum“ in Undeloh kann man auch noch viel lernen über die Lüneburger Heide, seine Bewohner oder die Heidepflanzen.

3. Der Hexen-Stieg im Harz

Märchenhaft abwechslungsreich wandert es sich auf dem Harzer Hexen-Stieg durch verwunschene Misch- und Nadelwälder, über den höchsten Punkt in Norddeutschland, den 1.141 Meter hohen Brocken, und wieder hinab durch idyllische Täler mit plätschernden Bächen.

Auf dem direkten Weg misst der Hexen-Stieg knapp 100 Kilometer und gliedert sich in fünf Etappen von Osterode bis nach Thale. Die passenden Route können Sie zum Beispiel über der Webseite harzinfo.de auswählen und so planen, dass Sie bequem mit dem Auto anreisen oder auch mit Bus und Bahn den Startpunkt erreichen. Wanderschuhe und Proviant sollten man auf einer Tour durch den Harz dabei haben, die Routen sind etwas anspruchsvoller als die Wanderungen durch die  norddeutsche Tiefebene.

4. Der Alsterwanderweg quer durch Hamburg

Die knapp 7,5 Kilometer lange Alsterrunde kennen nicht nur sportliche Hamburger in und auswendig, sondern auch viele Touristen flanieren hier sonntags gerne. Tatsächlich stellt dieser Weg aber nur einen Bruchteil der Alsterwander-Route dar: Von der Binnenalster in der Innenstadt bis nach Poppenbüttel sind es rund 20 Kilometer und hier kann man in circa vier bis fünf Stunden immer am Wasser entlang spazieren und unterwegs die vielen verschiedenen Gesichter der Großstadt entdecken. Der Vorteil ist, dass man auf der Strecke diverse einladende Restaurants findet und die Tour jederzeit abbrechen kann, sollten Wetter oder Kräfte schwinden. Daher ist die Alsterwanderung ideal für Einsteiger oder Familien mit Kindern.

Als Startpunkt bietet sich der Rathausmarkt an und dann über den Neuen Jungfernstieg westlich an der Binnenalster unter der Lombardsbrücke weiter zur Außenalster. Vor der Bobby-Reich-Bar geht es Richtung Norden auf den Leinpfad immer an der Alster weiter. Am Winterhuder Fährhaus kommen Sie über die Brücke auf die Hudtwalckerstraße auf der westlichen Alsterseite nach Eppendorf durch den schönen Haynspark. Über die Meenkwiese geht es weiter über Alstertal weiter nach Ohlsdorf und wer mag kann an der Alster noch weiter hoch wandern nach Wellingsbüttel und schließlich Poppenbüttel. Hier steht auch Hamburgs einzige Burg Henneberg. Von der nahe gelegenen S-Bahn-Haltestelle können Sie ganz entspannt zurück nach Hause fahren. Die Tour lässt sich selbstverständlich auch andersherum wandern, stadteinwärts geht es sogar leicht bergab – wenn man denn in der Hansestadt von Bergen sprechen kann.

5. Die Drei-Burgen-Tour durch das Wesergebirge

Mit gleich drei Burgen ist das Weserbergland nicht nur Schauplatz weltbekannter Märchen wie „Schneewittchen“ oder „Rapunzel“. Der vielseitige und gut 13 Kilometer lange Wanderrundweg startet an der Schaumburg und führt über Deckbergen über den Pass, auf dem die Osterburg einst thronte. Heute erinnert leider nur noch eine Ruine und Gedenktafel an die mittelalterliche Burg. Der vielseitige Wanderweg führt auf gut passierbaren Forstwegen weiter durch den Wald vorbei an dem Naturdenkmal der Springsteine und den Wesergebirgskamm auf den 340 Meter hohen Möncheberg, wo die Paschenburg vielleicht zum Verweilen einlädt. Hier lohnt sich, für alle die schwindelfrei sind, der Aufstieg über die enge Wendeltreppe hinauf auf den Aussichtsturm des kleinen Jagdschlosses. Hier oben haben Sie einen hervorragenden Blick über das Wesertal und je nach Wetterlage sogar bis in das Lippische Bergland mit dem Hermannsdenkmal oder in südliche Richtung auf den Brocken im Harz. Unterhalb des Steilabhangs geht es über das Rohdental wieder zurück zur Schaumburg.

Sie können die Route aber auch an jedem anderen Wanderparkplatz auf der Wanderroute RI5 beginnen. Diese knapp vierstündige Wandertour ist tatsächlich mit dem Auto am besten zu erreichen. Später könnten Sie eventuell noch in die nahe gelegene Altstadt Rinteln fahren und die niedlichen Fachwerkhäuser bestaunen oder im Biergarten mit Palmen direkt an der Weser einkehren. Nähere Infos zu dieser und weiteren Routen finden Sie auf der Webseite des Touristikzentrums Westliches Weserbergland.

6. Die Bremer Altstadt und Stadtwerder

Auch die Hansestadt Bremen lässt sich zu Fuß sowohl für Einheimische als auch für Tagestouristen nochmal von einer ganz neuen Seite bestaunen: Auf der knapp 13 Kilometer weiten Wandertour passiert man sowohl die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt als auch die Weser und den Werdersee. Der Startpunkt ist am Bremer Hauptbahnhof, so dass man auch hier ohne Auto ans Ziel kommt. Der Bahnhofstraße folgend geht es unter der Hochstraße hindurch schräg über den Hillmannplatz linkerhand zur Herdentorsteinweg. Orientieren Sie sich hier einfach an den Schildern „Bremer Stadtweg/Grüner Ring“. Über die Brücke geht es über die Wallanlagen vorbei an der Windmühle am Wall. Die nächsten Sehenswürdigkeiten, für die Sie auch etwas Zeit einplanen sollten, sind das Rathaus mit dem Roland und den Bremer Stadtmusikanten, gefolgt vom St. Petri Dom.

Vom idyllischen Weserufer lohnt ein Ausflug zur Böttcherstraße, die als eine der berühmtesten Kunstgassen Deutschlands einiges zu bieten hat. Auch die Altstadt, das sogenannte Schnoor, lädt zum Bummeln ein. Hier befindet sich inmitten der engen Gassen auch der Weihnachtsladen, der das ganze Jahr über Baumschmuck und Co. verkauft. Später geht es über die Wilhelm-Kaisen-Brücke am anderen Ufer vorbei an der Kleinen Weser und am Wasserwerk. Dahinter geht es über die Brücke auf die andere Seite in Richtung Werdersee. Dahinter wandern Sie wieder über die Brücke nach links und kommen auf der Route durch eine Kleingartensiedlung und an einer Sportanlage vorbei. Dahinter führt der Weg zurück zur Kleinen Weser und von hier können Sie den bekannten Hinweg zurück zum Hauptbahnhof einschlagen. Die Tour nimmt etwa dreieinhalb Stunden Zeit in Anspruch – wobei man gerade in der wunderschönen Bremer Altstadt gern auch länger verweilen kann. Hier kommen mit Sicherheit auch Kinder und unerfahrene Wanderer auf ihre Kosten. Die genaue Straßenführung finden Sie auf der Wander-Plattform outdooractive.com. Wer mag kann diese auch als App auf dem Handy nutzen.

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Falls auch Sie Ihre liebsten Wandertouren durch den Norden mit uns teilen möchten, schicken Sie uns gerne ein paar Eindrücke auf Facebook oder verlinken Sie Ihre Bilder auf Instagram unter dem Hashtag „Ich liebe den Norden“. Vielleicht haben Sie auch Lust, sich mit Ihrem Foto für den Nordmoment der Woche bei uns zu bewerben. Wir freuen uns über Ihre Wander-Erfahrungsberichte und wünsche Ihnen viel Spaß und Glück mit dem Wetter – wobei wir „Nordlichter“ ja bekanntermaßen nicht aus Zucker sind.

 

Tina Klostermeier

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