Großfeuer in Hamburg-Eidelstedt: 40 Menschen aus Seniorenwohnanlage gerettet

Am Donnerstagnachmittag meldeten mehrere Anrufer der Feuerwehr Hamburg über den Notruf 112, dass Feuer und Rauch im 2. Obergeschoss einer Seniorenwohnanlage zu sehen sei. Verpuffungen seien zu hören. Als die ersten Kräfte eintrafen, waren eine starke Rauchentwicklung und Flammen im Dachbereich sichtbar. Der Brand breitete sich schnell aus. 40 zum Teil geheingeschränkte Menschen, die auch eine individuelle Ansprache benötigten, mussten aus akuter Lebensgefahr aus ihren Wohnungen gerettet werden. Da immer wieder Meldungen über im Gebäude vermisste Personen die Einsatzleitung erreichten, wurde die Alarmstufe zunächst auf „Feuer 3“ und dann auch „Feuer 4“ erhöht. Alle betroffenen Wohnungen wurden dreifach durchsucht. Sämtliche Personen konnten aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Alle Senioren blieben unverletzt.

Die Brandbekämpfung wurde zunächst mit mehreren Trupps im Innenangriff und über zwei Drehleitern von außen durchgeführt. Aufgrund der brennenden Dämmung im Dach färbte sich der Brandrauch zeitweise rotbraun oder grünlich gelb. In der aufwändigen Dachkonstruktion fanden die Flammen reichlich Nahrung. Das Feuer breitete sich auf der gesamten Fläche des vorderen Gebäudekomplexes aus. Der Brandrauch wurde durch den Wind über mehrere Stadtteile Hamburgs verteilt. Die Bevölkerung wurden über die Warnsysteme KatWarn und NINA und mithilfe von Rundfunkdurchsagen vor der Brandrauchbelästigung gewarnt und gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Spezielle Messfahrzeuge der Feuerwehr Hamburg haben in Eimsbütteler Stadtteilen Messungen zur Brandrauchkonzentration durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass keine akute Gesundheitsgefährdung vorlag. Über Drehleitern und Teleskopmastfahrzeuge musste das Dach aufwändig aufgenommen werden, um überhaupt an Brandherde heran zu kommen. Durch die enorme Hitze platzten immer wieder Dachplatten explosionsartig auf, Trümmer flogen umher. Durch das 53-Meter-Teleskopmastfahrzeug wurde über der Brandstelle eine Wärmebildkamera zur Erkennung von Brandherden positioniert. Mithilfe von Drohnen der DLRG Hamburg und des Kampfmittelräumdienstes der Feuerwehr wurden für die Einsatzleitung Luftbild- und Videoaufnahmen zur Lagebeurteilung erzeugt. Somit konnten Einsatzkräfte gezielt eingesetzt werden. Durch das Bezirksamt Eimsbüttel wurden zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst und dem Deutschen Roten Kreuz Notunterbringungen für die geretteten Seniorinnen und Senioren organisiert, da diese nicht in ihre Wohnungen werden zurückkehren können. Die Brandbekämpfung wurde bis in die frühen Morgenstunden fortgesetzt. Am Freitag um 05:23 Uhr konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Bis auf einen Löschzug, der eine Brandwache stellte, verließen alle Einsatzkräfte die Einsatzstelle. Die Brandursache wird jetzt von der Polizei ermittelt. Der Einsatz der Feuerwehr Hamburg dauerte über 13 Stunden, es waren zeitweise über 150 Einsatzkräfte zeitgleich an der Brandstelle im Einsatz.

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