Große Krawalle nach dem Stadtderby FC St. Pauli gegen den HSV blieben aus

Fans von Pauli auf der Tribüne protestieren gegen Montagabendspiele. Foto: Christian Charisius/Archivbild

Das Hamburger Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV am Montagabend endete mit einem überraschenden 2:0-Sieg für die Gastgeber im Millerntor-Stadion und blieb bis auf kleinere Zündeleien weitgehend friedlich. Der Schiedsrichter Sven Jablonski konnte die zweite Halbzeit erst mit einiger Verspätung anpfeifen, als der Nebel im Stadion sich verzogen hatte. Auch in der zweiten Halbzeit wurde auf beiden Seiten weiter mit Pyrotechnik gezündelt. Schließlich pfiff der Schiedsrichter die Partie vor Ablauf der Nachspielzeit frühzeitig ab, weil Pyrofackeln aus dem Gästeblock in den Strafraum von St. Pauli-Torhüter Robin Himmelmann flogen.

Nach Abpfiff sind die Fans der rivalisierenden Mannschaften friedlich aus dem Stadion abgezogen. „Die Lage ist relativ entspannt“, sagte ein Polizeisprecher am Montagabend. Ein Großteil der HSV-Fans sei mutmaßlich gleich nach Hause gegangen. Die Polizei hatte das Lokalderby, das der FC St. Pauli erstmals seit 1960 für sich entschied, mit einem Großaufgebot abgesichert.

„Rund ums #Millerntorstadion haben wir zum Schutz der abwandernden Fans bereits wieder einige Straßen (z.B. die Reeperbahn) gesperrt“, twitterte die Polizei nach Ende des mit mehr als 29.000 Zuschauern restlos ausverkauften Spiels.

Bereits vor dem Stadtderby hatte die Polizei einen Marsch von bis zu 3.000 Anhängern des Hamburger SV zum St. Pauli-Stadion begleitet. Größere Zwischenfälle gab es dabei nicht. Der Zug wurde nach Aussage der Polizei einmal wegen der unerlaubten Vermummung einiger Fans gestoppt. Kurz vor Erreichen des Ziels wurde eine Rauchbombe gezündet.

Nach zahlreichen Vorfällen im vorangegangenen Derby am 10. März 2019 beim FC St. Pauli hatten die Verantwortlichen die Sicherheitsmaßnahmen maximiert. Der Ordnungsdienst wurde um gut 30 Prozent verstärkt, die Pufferzone zwischen beiden Fan-Gruppen ausgeweitet und die Anzahl an Stadion-Kameras aufgerüstet. Zudem herrschte Alkoholverbot. Die Hamburger Polizei wurde bei diesem Einsatz von Kräften der Bundespolizei und den Landespolizeien aus Schleswig-Holstein, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Insgesamt waren rund 1.463 Beamte, davon 306 auswärtige Kräfte, im Einsatz.

Polizeipressesprecher Timo Zill sagte: „Das Einsatzkonzept war aus einer Position der Stärke heraus angelegt. Damit gelang es die Fantrennung jederzeit konsequent umzusetzen. Die Zusammenarbeit von Polizei und beiden Vereinen darf als hervorragend bezeichnet werden. Die abgesprochenen Maßnahmen haben auch jeweils gegriffen und zum gelungenen Einsatzablauf wesentlich beigetragen. Ein bitterer Beigeschmack bleibt das Zünden von Pyrotechnik und Böllern im Stadion. Hierfür tragen Fans beider Fanlager Verantwortung.“

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dpa/tik

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