Klima-Demo in Hamburg mit rund 70.000 Demonstranten und vielen gesperrten Straßen

Bei der globalen Klima-Demo am Freitag werden in Hamburg zahlreiche Demonstranten erwartet. Foto: 17:30 Sat.1 Regional

Heute, am Freitag, den 20. September 2019, werden mehrere angemeldete Versammlungen und Veranstaltungen im Bereich der Hamburger Innenstadt durchgeführt, die zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen führen.

Für die Zeit von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr ist bei der Versammlungsbehörde unter dem Tenor „Internationaler Streik, Fridays for Future“ ein Aufzug angemeldet worden, die Polizei geht mittlerweile von rund 70.000 Menschen aus. Unterstützt wird die Jugendbewegung von Gewerkschaften, Kirchen, Umweltverbänden, Menschenrechts- und Friedensorganisationen. Die Anfangs-und Schlusskundgebung findet auf dem Vorplatz der Europapassage statt.

Hier forderten die Fridays for Future-Mitglieder die Politik auf, wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung zu ergreifen. Zwar hätten die Schulstreiks und Aktionen dazu geführt, dass der Klimaschutz mittlerweile in aller Munde sei. „Und trotzdem warten wir darauf, dass auf das ganze Gelaber auch mal Handeln folgt“, sagte eine Aktivistin. Unter den Rednern war auch der Klimaforscher Latif Mojib. „Macht weiter so, hört nicht auf“, rief er den Kundgebungsteilnehmern zu. Musikalisch stimmte Henning May, Sänger der Gruppe AnnenMayKantereit, die Massen auf den Demonstrationszug ein.

In der Innenstadt kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Polizei fordert die Verkehrsteilnehmer auf, den Bereich um den Dammtor- und Hauptbahnhof weiträumig zu umfahren.

Die Feuerwehr warnt vor Bahnchaos und bittet die Demonstranten nach dem Klimastreik auch die umliegenden Bus- und Bahnhaltestellen anzusteuern und nicht alle am Jungfernstieg einzusteigen.

Der Marschweg verläuft über folgende Straßenzüge:

Jungfernstieg – Bergstraße – Mönckebergstraße – Steintorwall – Glockengießerwall – Lombardsbrücke – Esplanade – Stephansplatz – Gorch-Fock-Wall – Johannes-Brahms-Platz – Dragonerstall – Valentinskamp – Gänsemarkt – Jungfernstieg Ebenfalls für diese Versammlung wird im Ballindamm / Bergstraße auf der dortigen Freifläche vor der Europapassage eine Bühne aufgebaut.

Am 20.9.19 ab 12 Uhr startet die Demo am Jungfernstieg. Die Klima-Protestler ziehen dann weiter durch die Hamburger Innenstadt. Karte: 17:30 SAT.1 REGIONAL

Aktion auch für Erwachsene

Das Besondere an dieser Protestaktion ist, dass dieses Mal explizit auch Erwachsene aufgerufen werden, an der Demo teilzunehmen. Unter dem Hashtag #AllefürsKlima werden auch zahlreiche Musiker die Veranstaltung unterstützen und begleiten.

Über soziale Medien werben „Future for Friday Deutschland“ für die große Aktion. Zahlreiche Starts und Prominente machen auf den globalen Klimaprotest aufmerksam und motivieren zum Mitmachen:

Wer beteiligt sich?

Zudem werden sich drei relevante Zubringeraufzüge in den genannten Aufzug einfügen: Der Aufzug mit dem Tenor „Rettet den Vollhöfner Wald!“ mit ca. 50 Teilnehmern (Radfahrer) aus der Straße Vollhöfner Weiden oder der Aufzug mit dem Tenor „Weltklimastreik!“ mit ca. 100 Teilnehmern aus der Hongkongstraße. Mit ca. 200 Teilnehmern startet der Aufzug mit dem Tenor „Fahrraddemo zur Unterstützung der #fridaysforfuture-Demo!“ vom Lohbrügger Marktplatz.

Fahrrad-Aufzug startet am Gänsemarkt

Darüber hinaus ist ein Fahrradaufzug mit dem Tenor „Das Klima braucht #MehrPlatzFürsRad – jetzt!“ in der Zeit von 16:30 Uhr bis 20:00 Uhr angemeldet.

Der Fahrrad-Aufzug mit ca. 400 Teilnehmern wird mit Start und Ziel im Gänsemarkt erfolgen. Viele Straßen werden zeitweilig für diese Aufzüge gesperrt.

Auch der ADFC hat unter dem Motto „Das Klima braucht #MehrPlatzFürsRad – jetzt!“ zu einer Fahrraddemo aufgerufen. Karte: 17:30 SAT.1 REGIONAL

Eine dauerhafte Straßenvollsperrung ist für den Bereich Ballindamm und Jungfernstieg ab ca. 09:00 Uhr bis ca. 16 Uhr geplant. Die Straßen Große Bleichen und Neuer Wall sind im Bereich zwischen Poststraße und Jungfernstieg für den Lieferverkehr nur über die Poststraße erreichbar.

Auch Besuchern der Veranstaltung „Rockspektakel“ auf dem Rathausmarkt wird empfohlen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Polizeipressesprecher Timo Zill hierzu:

Diese Demonstrationen und Veranstaltungen werden in der Innenstadt, aber in Teilen auch darüber hinaus zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen führen. Wir bitten deshalb die Verkehrsteilnehmer sich darauf einzustellen, den Bereich großräumig zu umfahren, bzw. den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.“

Verfassungsschutz warnt vor Linksextremisten

Aber auch Linksextreme haben für die Demo eigene Maßnahmen geplant: Über soziale Medien teilte die vom Verfassungsschutz beobachtete „Interventionistische Linke“ (IL) mit, dass sie versuchen würden, den Verkehr durch Blockaden in der Innenstadt Hamburgs lahmzulegen. So werben die IL wie auch die durch sie beeinflusste Gruppe „Ende Gelände“ unter dem Motto „Sitzenbleiben!“ für die nach der Demonstration geplanten Blockadeaktionen. Der Verfassungsschutz stuft die Gruppe als extremistisch ein und warnt vor der Beeinflussung für die nach der Demonstration geplanten Blockadeaktionen.

Im Gegensatz zu „Fridays for Future“ und gleichgelagerten Gruppen geht es linksextremistischen Gruppierungen bei ihren Aktionen nicht um den Klimaschutz. Vielmehr streben sie den Anschluss an die linksextremistischen Gruppierungen an, um sich anschließend zu radikalisieren.

Zwischenfälle gab es bisher nicht. Der Verlauf sei absolut friedlich, sagte ein Polizeisprecher. Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden.

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