„Gewalt kommt nicht in die Tüte“: Kampagne gegen häusliche Gewalt im Landkreis Stade

Foto: Gleichstellung Landkreis Stade

Trotz des für November angesagten Teil-Lockdowns hat das Netzwerk Häusliche Gewalt eine Reihe von besonderen Veranstaltungen vom 25. November bis 10. Dezember auf die Beine gestellt, um der häuslichen Gewalt entgegenzuwirken. In diesem Jahr hat die 16-Tage-Kampagne das Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“.

9 Bäckereien im Landkreis Stade machen mit

Die verantwortliche Planungsgruppe freut sich über die Tatsache, dass sie neun Bäckereien im Landkreis Stade für dieses Motto gewinnen konnten. So werden ab dem 25. November 80.000 Tüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ gefüllt mit Brötchen ihren Weg von der Bäckertheke in die Haushalte machen. Auf der Tüte sind außerdem die hiesigen Telefonnummern der Anlaufstellen für Opfer von häuslicher Gewalt genannt. Die Bäckereien Dietz mit Filialen in Fredenbeck, Buxtehude und Horneburg, Der Freden-Bäcker in Fredenbeck, Mulsum und Stade, Bäckerei Richter in Himmelpforten, Stade, Düdenbüttel und Drochtersen, Hase & Igel in Buxtehude, Bäckerei von Bargen in Horneburg, Bäckerei Pfeiffer in Buxtehude, Steinkirchen, Dollern und Jork, Annettes Backshop in Harsefeld, Backparadies Pagel in Jork und der Holzofenbäcker in Sauensiek machen mit.

Auch auf dem Wochenmarkt kommt Gewalt nicht in die Tüte

Die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Stade Karina Holst überzeugte zudem die Händler:innen des Stader Wochenmarkts davon, ihre Produkte am 25. November von 8 bis 13 Uhr in den Tüten mit Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ auszugeben. An dem Tag werden 10.000 Tüten in die Hände von Marktbesucher:innen gehen. Und Britta Courtault, die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Lühe, konnte die Geschäftsleute in Steinkirchen und die Händler:innen des dortigen Wochenmarktes von der Idee überzeugen, am Donnerstag, den 10. Dezember, ihre Produkte in den entsprechenden Tüten auszugeben. Das Vorhaben in Steinkirchen steht unter dem das Motto „Steinkirchen macht mobil gegen Gewalt an Frauen!“.

Berufsbildende Schule macht ebenfalls mit

Die Berufsbildende Schule III in Stade wird sich dieser Kampagne anschließen. Schulpastor Stefan Warnecke und die Schulsozialarbeiterin Sigrid Koppelmann inspirierte die Idee „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ dazu, alle Produkte ihrer schulinternen „KostBar“ in den 16 Tagen der Kampagne in den Tüten mit dem Aufdruck auszugeben. Zudem wird das Thema häusliche Gewalt in mehreren Schulklassen behandelt.

Jede Form der Gewalt in einer Paarbeziehung ist strafbar

Lothar Kleinschmidt von der Profamilia Stade macht deutlich: „Es ist wichtig, auf das Thema häusliche Gewalt in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen. Denn jede Form der Gewalt in der Paarbeziehung ist strafbar und sollte deshalb angezeigt werden.“ Wie gefährlich diese spezielle Form der Gewalt für Frauen immer wieder ist, belegen Zahlen: 2017 wurden zum Beispiel fast 150 Frauen in ganz Deutschland von ihren Partnern bzw. Ex-Partnern umgebracht. 2019 sind alleine im Landkreis Stade drei Frauen durch häusliche Gewalt ums Leben gekommen.

Aufruf: Foto der Tüten für mehr Reichweite posten

Foto: Polizei Stade

Svenja Wigger, Beauftragte für Kriminalprävention bei der Polizeiinspektion Stade dazu: „Um unsere Aktion zu unterstützen und ein große Reichweite für die Kampagne zu erzielen, rufen wir alle Follower auf, ab kommenden Mittwoch ein Foto mit einer der Tüten aus den Bäckereien in unsere Kommentare zu posten. Helft uns, die Aktion bekannt und so auf die Situation zur häuslichen Gewalt aufmerksam zu machen.“

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