Germania-Insolvenz: Auch Hamburger und Bremer Flughafen betroffen

Das Heck eines Flugzeugs der Fluggesellschaft Germania. Foto: Marcel Kusch/Archiv

Von der Insolvenz der Fluggesellschaft Germania ist auch der Bremer Airport betroffen. Germania sei ein starker Partner gewesen, man habe bis zum Schluss darauf gehofft, Germania erhalten zu können, sagte eine Sprecherin des Flughafens am Dienstag. Am Dienstag sollten vier Flüge wegen der Insolvenz ausfallen. Betroffen seien die Ziele Funchal und Antalya. Für den Sommer habe Germania 23 Ziele von Bremen aus anfliegen wollen. Der Airport Hannover ist eigenen Angaben zufolge nicht von der Insolvenz betroffen.

Germania ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jährigen Geschichte. Sie wurde 1986 gegründet, seit 2009 ist Berlin der Firmensitz. Auf der Kurz- und Mittelstrecke beförderte die Airline mehr als vier Millionen Passagiere pro Jahr zu mehr als 60 Zielen innerhalb Europas, nach Nordafrika sowie in den Nahen und Mittleren Osten.

Das müssen Passagiere nun wissen
  • Germania stellt Flugbetrieb ein
  • Passagiere, die Kreditkarte als Zahlungsmittel nutzten, erhalten Geld unter Umständen zurück
  • Pauschalreisende haben Versicherungsschutz

Laura Kauczynski ist Expertin für Fluggastrechte des weltweit führenden Fluggasthelfer-Portals AirHelp und erklärt, was betroffene Passagiere nun beachten müssen:

“Germania teilte aktuell mit, dass das Unternehmen den eigenen Flugbetrieb ab sofort einstellen werde. Kunden, die ihre Tickets bei der Airline direkt gebucht haben, haben nur geringe Chancen auf eine Erstattung ihrer Kosten und müssen sich mit ihren Forderungen direkt an den Konkursverwalter der Airline wenden. Reisende, die ihre Flüge als Teil einer Pauschalreise gebucht haben, erhalten hingegen einen Ersatz. Entsprechende Reiseanbieter sind nämlich dazu verpflichtet, sich gegen Insolvenzen zu versichern und müssen ihren Kunden in diesem Fall den vollen Kaufpreis erstatten oder für eine Alternativbeförderung sorgen. Eine weitere Option, den Kaufpreis zurückzuerhalten, besteht für Passagiere, die zwar bei Germania direkt gebucht haben, aber als Zahlungsmittel die Kreditkarte genutzt haben. Denn dann besteht die Möglichkeit, belastete Beträge im Konkursfall wieder gutzuschreiben. Dazu muss der jeweiligen Kreditkartenfirma ein Dokument zugeschickt werden, das die erfolglose Geldforderung bei der Fluggesellschaft bescheinigt”.

Diese Rechte haben Passagiere

Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke. Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug.Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin. Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle können bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird.

mit dpa

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