Gaffer an Unfallstellen: Anzahl der Fälle gestiegen

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archivbild

Polizei und Rettungskräfte in Niedersachsen sind an Unfallstellen immer häufiger mit Gaffern konfrontiert. Zählte die Kriminalstatistik landesweit 2017 noch 747 Fälle, waren es im vergangenen Jahr schon 857. Wer an Unfallorten filmt oder Fotos macht, verletzt den höchstpersönlichen Lebensbereich der Betroffenen und macht sich strafbar. Das Vergehen kann seit 2014 mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Vor allem Beamte, die auf den Autobahnen im Einsatz sind, berichteten immer wieder von Schaulustigen, die nach Unfällen Fotos machen oder filmen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover.

Um Unfallopfer vor neugierigen Blicken zu schützen, hat Mitte Juni ein Test mit mobilen Sichtschutzzäunen an der A2 und A7 begonnen. Die Zäune verhindern auch von langsam fahrenden Gaffern verursachte Staus und erleichtern die Arbeit für Rettungskräfte und Polizei. Die Polizei kann sie anfordern und die Autobahnmeisterei Hannover stellt sie auf. In den ersten sechs Wochen des Pilotprojekts kamen die Sichtschutzzäune allerdings noch nicht zum Einsatz. Die Polizei habe sie bisher noch nicht angefordert, teilte das niedersächsische Verkehrsministerium mit.

Die Sichtbarrieren sollen zunächst ein Jahr lang auf den Autobahnen erprobt werden. Das betrifft die Abschnitte zwischen Bad Nenndorf und Hämelerwald sowie zwischen Schwarmstedt/Berkhof und dem Autobahndreieck Hannover-Süd.

dpa

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