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Jedes Jahr am 11. Februar ist der Europäische Tag des Notrufs 112. Mit diesem Aktionstag soll die lebensrettende Rufnummer in der Bevölkerung noch bekannter gemacht werden. Das Datum wurde bewusst gewählt: Der 11. Tag steht für die 11 und der Februar als zweiter Monat im Jahr für die 2. Bereits seit Dezember 2008 erreichen die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union (EU) die Notfalldienste aus allen Fest- und Mobilfunknetzen in allen 27 Mitgliedstaaten gebührenfrei unter der europaweit einheitlichen Notrufnummer 112.

„Man sollte es kaum glauben, aber es kommt vor, dass Anrufer einfach von der Aufregung übermannt werden. Sie legen dann zum Beispiel sofort wieder auf, nachdem sie nur schnell gemeldet haben, dass es bei ihnen brennt“, so Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Er beruhigt die potenziellen Anrufer: „Niemand muss sich einen Fragenkatalog merken, um einen hilfreichen Notruf abzusetzen. Die Disponenten am anderen Ende der Leitung fragen alles ab, was sie wissen müssen. Da lautet die ganz einfache Devise: Dran bleiben rettet Leben! Da erhält man auch hilfreiche Anweisungen, was man selbst in diesem Moment tun kann.“

Notruf europaweit: Aktionsplakat zum EU-Notruftag. Foto: DFV

Wann sollten Sie die 112 anrufen?

Wählen Sie die 112 im Notfall, um einen Krankenwagen oder die Feuerwehr zu rufen. Wenn Sie zum Beispiel dringend einen Arzt brauchen, Zeuge eines schweren Verkehrsunfalls werden oder feststellen, dass ein Gebäude brennt. Rufen Sie die 112 nicht für Verkehrsmeldungen, Wetterberichte, allgemeine Informationen oder Fragen an. Unnötige Anrufe können das System überlasten und so das Leben derer gefährden, die wirklich dringend Hilfe benötigen. Scherzanrufe können ebenfalls die Reaktion auf echte Notfälle verzögern. Wegen der hohen Zahl von falschen Notrufen haben zahlreiche Länder beschlossen, die 112 für Anrufe von Mobiltelefonen ohne SIM-Karte zu sperren.

Was geschieht, wenn Sie die 112 anrufen?

Eine speziell ausgebildete Person beantwortet Ihren Anruf. Je nach Land, in dem Sie sich befinden, kümmert sie sich unmittelbar um Ihr Anliegen oder leitet Sie an den entsprechenden Notfalldienst weiter. Immer mehr Beschäftigte eines Notfalldienstes können solche Anrufe in mehreren Sprachen beantworten; dies ist besonders für Reisende wichtig, die die 112 im Ausland anrufen. Sie werden aufgefordert, Ihren Namen, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer zu nennen. Anrufer müssen sich identifizieren, damit derselbe Notfall nicht doppelt gemeldet wird. Und bloß nicht auflegen!

Man muss sich im Grunde keinen Fragenkatalog merken, aber die klassischen „W’s“ helfen natürlich dennoch weiter. Wo ist der Notfallort? Was ist passiert? Wer ruft an? Warten Sie auf Rückfragen! Und dann heißt es: Leisten Sie Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst eintrifft und sichern Sie, falls nötig, die Schadensstelle ab. Achten Sie gegebenenfalls darauf, dass Rettungskräfte eingewiesen werden, wenn beispielsweise eine Hausnummer schwer erkennbar ist.

Und auch wenn Sie die 112 einmal irrtümlich angerufen haben – legen Sie nicht auf! Sagen Sie einfach, dass alles in Ordnung ist. Sonst muss eventuell ein Rettungsdienst losgeschickt werden, um zu prüfen, ob ein Notfall vorliegt.

„Twittergewitter“ am Aktionstag

Um noch mehr Aufmerksamkeit auf den Aktionstag und die Notrufnummer 112 zu lenken, werden am Montag rund 40 Berufsfeuerwehren aus ganz Deutschland die Bevölkerung live über den Kurznachrichtendienst Twitter an ihrem Alltag teilhaben lassen. Auch der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) beteiligt sich am sogenannten Twittergewitter. „Wir werden unter dem Hashtag #Deutschland112 bundesweite Einblicke liefern – etwa Statistiken zu Einsätzen und Mitgliedern, zum Engagement in der Feuerwehr und natürlich zum richtigen Absetzen eines Notrufs“, erklärt Frank Hachemer.

Unter dem bundesweiten Hashtag #112live sind die Pressestellen der Berufsfeuerwehren am 11. Februar von 8 bis 20 Uhr auf Twitter präsent. Sie geben Einblicke in den „ganz normalen Alltag“ mit Dienstübernahme, Gerätepflege, Ausbildung, Mittagessen, Sport und Einsatz. Sie informieren über Einstiegsmöglichkeiten und ganz persönliche Wege zur Feuerwehr. Sie berichten über das richtige Absetzen eines Notrufs und geben Tipps zum Verhalten im Notfall. „Ich bin sehr gespannt auf die Vielfalt an Inhalten, die sich durch die große Beteiligung der Berufsfeuerwehren ergeben wird“, freut sich Hachemer.

Neben dem Einblick in ihren Berufsalltag haben die Wehren am Montag aber auch kuriose Begebenheiten auf Twitter veröffentlicht, um die Menschen noch mehr zu sensibilisieren.

Diese Feuerwehren machen es noch einmal deutlich:

> Weitere Informationen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) rund um den Notruf

> PDF-Ratgeber des BKK für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

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