Entsetzen und Trauer im Norden nach antisemitischem Angriff auf Synagoge in Halle

Auch vor der Talmud Tora Schule in Hamburg liegen Blumen. Foto: 17:30 SAT.1 REGIONAL

Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle haben Menschen vor dem jüdischen Gotteshaus in Hamburg ihre Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Vor der Synagoge in Eimsbüttel lagen am Donnerstagmorgen Blumen und Kerzen. Schon am Mittwochabend waren Bürger zu der Synagoge gekommen, um der Gemeinde ihr Beileid zu bekunden. Auch für heute sind unter anderem in Hannover am Kröpcke sowie in Oldenburg Mahnwachen angekündigt.

Die Polizei hatte nach den tödlichen Schüssen in Halle ihre Präsenz vor dem Hamburger Gotteshaus verstärkt. Ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist hatte zuvor in Halle versucht, in die Synagoge einzudringen und dort unter Dutzenden Gläubigen ein Blutbad anzurichten. Sein Versuch scheiterte, woraufhin er vor der Synagoge und danach in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben soll.

Reaktionen aus dem Norden

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zeigte sich von dem Anschlag in Halle bestürzt und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. „Stellvertretend für alle jüdischen Mitbürger habe ich gerade Rabbiner Bistritzky und der jüdischen Gemeinde in Hamburg meine Solidarität bekundet und alles Gute gewünscht zu“, twitterte er am Mittwochabend.


Auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) äußerte sich zu dem Angriff auf Twitter:

In Niedersachsen organisiert der Flüchtlingsrat aktuell mehrere Mahnwachen als Zeichen gegen den rechten Terror:

Während der Zentralrat der Juden schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhebt:

Jüdische Gemeinden in Niedersachsen kritisieren Polizeischutz

Nach dem tödlichen Anschlag in Halle beklagen die jüdischen Gemeinden in Niedersachsen mangelnden Polizeischutz: „Leider ist es üblich, dass Synagogen auch an Feiertagen nicht geschützt werden“, monierte die Vorsitzende des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen, Katarina Seidler, am Donnerstag. „Das ist ein Skandal.“

Zuvor hatte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, deshalb schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. „So etwas wie in Halle kann jeden Tag überall passieren. Niedersachsen ist keine Insel“, betonte Seidler.

 

dpa

Nach Terroranschlag in Halle: Hamburger Polizei verstärkt Schutz vor Synagoge

 

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