Internationaler Eisbären-Tag: Kuscheliger Nachwuchs in Norddeutschland

Ab Ende März darf das Eisbär-Mädchen voraussichtlich nach draußen – wenn alles klappt. Foto: Zoo Hannover

Sie sind unheimlich kuschelig und ihr Fell strahlt in einem flauschigen Weiß. So werden Eisbären in vielen Kinderbüchern dargestellt und entzücken Kinderherzen. Als Kuscheltier sind sie ein knuddeliger Begleiter, erobern Kinoleinwände oder werden in einem Zoo zu Medienstars, man erinnere sich an das Eisbärbaby Knut im Zoologischen Garten Berlins.

Um auf die besondere Bedrohung der Eisbären in der Wildnis aufmerksam zu machen, hat die Artenschutzorganisation „Polar Bears International“ (PBI) den Internationalen Eisbären-Tag am 27. Februar ins Leben gerufen.

Eisbären stehen seit 2006 als „gefährdet“ auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten der Weltnaturschutzunion IUCN. Durch den Klimawandel schmilzt den weißen Riesen ihr Lebensraum, das einst ewige Eis, buchstäblich unter den Pfoten weg. Die Bären brauchen aber festes Packeis, von dem aus sie Robben jagen können. Immer öfter ist das größte Landraubtier der Welt mittlerweile bei der Suche nach Nahrung auf dem Festland anzutreffen. Nicht selten kommt es zu Mensch-Tier-Konflikten.

Drei Monate nach seiner Geburt steht das Geschlecht des Eisbär-Jungtieres aus dem Zoo Hannover endlich fest. Das gut zwölf Kilogramm schwere Baby ist ein Mädchen, teilte der Zoo am Donnerstag mit. Nun fehlt eigentlich nur noch ein Name. „Die kleine Bärin hat sich sehr gut entwickelt, hat einen ordentlichen Milchbauch, eine wirklich laute Stimme und ist schon sehr wehrhaft“, sagte Tierarzt Viktor Molnár. Bei einem ersten Arztbesuch hatte er einen Blick auf Gebiss, Nabel und Geschlecht geworfen und den Nachwuchs geimpft.

Mit der Ruhe ist es nun in der Eisbären-Höhle seit geraumer Zeit vorbei: Milanas 14 Wochen alte Tochter erkundet munter mit tapsigen Schritten die Wurfbox und fordert Mutter Milana unermüdlich zum Spielen auf. Die kleine Eisbärin kabbelt und balgt mit Milana, beißt ihrer Mutter in die Füße und Lefzen, krabbelt auf dem Rücken herum und übt bärenhafte Angriffe.

Besucher müssen sich bis Ende März gedulden

Das kleine Eisbär-Baby liegt mit ihrer Mutter Milana in der Wurfhöhle. Foto: Zoo Hannover

Seit Ende November beobachtet das Zooteam Eisbärin Milana und ihren Nachwuchs über die installierten Kameras in der Wurfhöhle. Jede Veränderung und jeden Entwicklungsschub vom ersten Öffnen der Augen bis zu den anfangs wackeligen, dann immer sichereren Gehversuchen notiert. Das Geschlecht ließ sich über die Infrarotkameras jedoch nicht feststellen. Dieses Geheimnis konnte bei dem ersten Tierarztbesuch endlich gelüftet werden.

Bis die Zoobesucher den ersten Blick auf das Eisbär-Mädchen werfen dürfen, wird aber noch einige Zeit vergehen. „Erst wenn die Jungbärin ihrer Mutter sicher folgen und auch so manche Hürde überklettern kann, werden die beiden die Höhle verlassen und auf der Außenanlage zu sehen sein“, erklärt der Zoo Hannover. Die ersten Ausflüge sollten dann ab Ende März möglich sein.

Doppeltes Eisbären-Glück in Bremerhaven

Auch der Zoo am Meer freut sich über das doppelte Eisbären-Glück. Die vor rund zweieinhalb Monaten geborenen Eisbär-Zwillinge aus dem Zoo am Meer in Bremerhaven sind Weibchen.

Zoo am Meer: Zwillinge von Eisbärmama Valeska sind Weibchen

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